Mein Kichern unterdrückend binde ich Pauls Schnürsenkel zusammen, sodass seine beiden Schuhe miteinander verbunden werden. Er unterhält sich mit den anderen, sodass er nichts davon merkt.
Nach einer Weile stehe ich schließlich auf und gehe einen Schritt von ihm weg, er macht Anstalten sich ebenfalls zu erheben und deswegen merke ich breit grinsend an: "Ich würde an deiner Stelle nicht aufstehen." Zunächst scheint er verwirrt zu sein, doch dann blickt er nach unten und schaut mich daraufhin böse an. Lachend trete ich noch einen Schritt zurück und als er doch aufsteht, renne ich durch die Tür zur Eingangshalle. Er gibt jedoch schnell auf und geht zurück. Ganz traue ich der Sache nicht, deswegen versuche ich vorsichtig zurückzugehen. Durch die Glastür kann ich ihn nicht entdecken, was mich verwirrt, aber im nächsten Moment klärt es sich, denn er springt von der Seite in mein Blickfeld. Meine Reaktion ist ein nochmaliges Wegrennen, aber er bleibt wieder zurück.
Diesmal nähere ich mich von der anderen Seite, sodass ich ihn sofort sehe. Ich grinse ihn frech an, aber dann kommt er auf mich zu und scheint sich in der Zwischenzeit befreit zu haben, will mich diesmal wohl wirklich jagen, woraufhin ich durch die Eingangstür renne. Paul verfolgt mich und ich kann mein Lachen nicht unterdrücken, was es mir schwer macht, ordentlich Luft zu holen beim Laufen. Ich schlage einen Haken und husche durch die Eingangstür und bewege mich Richtung Schulhof. Nach einigem Hin- und Hergehetze fängt Paul mich schließlich doch ein. "Du bist so unmöglich", sagt er grinsend und gibt mir einen Kuss. Ich kann beides nur erwidern. Einen Moment bleiben wir so, die Arme um den jeweils anderen gelegt, stehen, beschließen dann jedoch zu den anderen zurückzukehren. "Du bist unmöglich", wiederholt Paul und ich kichere. "Aber wenigstens wird es mit dir nie langweilig." Daraufhin muss ich lächeln.
Mittwoch, 21. Januar 2015
Montag, 19. Januar 2015
#53
Wir betreten den Raum und schauen uns nach Sitzplätzen um. Paul läuft vor mir her und deutet fragend auf zwei, die am Ende der Reihe sind, direkt an der Wand. Sie befinden sich etwa in der Mitte und sind bereits auf der ersten Erhöhung, also eine perfekte Lage. Ich nicke und er geht vor. Mir schießt der Gedanke durch den Kopf, dass ich hätte zuerst gehen müssen, damit ich auf dem Randplatz sitzen kann. Zu meiner Überraschung wählt Paul aber gar nicht der Logik nach diesen, sondern den näheren, sodass ich mich doch auf meinem gewünschten Platz niederlassen kann, sobald ich mich an ihm vorbei gestohlen habe.
"Woher wusstest du, dass ich hier sitzen will?", frage ich erstaunt. Er grinst mich an. "Du willst immer rechts sitzen und nicht neben einem fremden Menschen." Ein amüsiertes Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus und ich muss lachen. "Du kennst mich so gut."
"Woher wusstest du, dass ich hier sitzen will?", frage ich erstaunt. Er grinst mich an. "Du willst immer rechts sitzen und nicht neben einem fremden Menschen." Ein amüsiertes Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus und ich muss lachen. "Du kennst mich so gut."
Sonntag, 4. Januar 2015
#52
Gespannt verfolgen wir die Uhr auf meinem Handy. Ich habe extra eine App mit Sekundenanzeige heruntergeladen, da mein Handy die genauste Uhrzeit hat. Lächelnd greife ich schon mal nach Pauls Hand und wir sehen uns einen Moment an.
Es ist 23:59 Uhr.
"Zehn...neun...acht...", zähle ich langsam runter und stecke das Handy bei sieben verbleibenden Sekunden des alten Jahres in meine Tasche und ein vorfreudiges Grinsen breitet sich auf unseren Gesichtern aus, als unsere Lippen sich zu einem letzten Kuss in diesem Jahr nähern. Es ist dunkel und ich kann sein Gesicht nur vage erkennen, aber ich sehe das Funkeln in seinen grün-blauen Augen trotzdem.
Das Feuerwerk fängt an, aber wir küssen uns noch einige Sekunden länger. "Frohes neues Jahr", flüstere ich ihm zu, als wir uns voneinander lösen und lächle ihn an. Er lehnt seine Stirn an meine und erwidert es. "Frohes neues Jahr." Ich hatte noch nie einen schöneren Abschluss oder einen wundervolleren Anfang eines Jahres als diesen.
Es ist 23:59 Uhr.
"Zehn...neun...acht...", zähle ich langsam runter und stecke das Handy bei sieben verbleibenden Sekunden des alten Jahres in meine Tasche und ein vorfreudiges Grinsen breitet sich auf unseren Gesichtern aus, als unsere Lippen sich zu einem letzten Kuss in diesem Jahr nähern. Es ist dunkel und ich kann sein Gesicht nur vage erkennen, aber ich sehe das Funkeln in seinen grün-blauen Augen trotzdem.
Das Feuerwerk fängt an, aber wir küssen uns noch einige Sekunden länger. "Frohes neues Jahr", flüstere ich ihm zu, als wir uns voneinander lösen und lächle ihn an. Er lehnt seine Stirn an meine und erwidert es. "Frohes neues Jahr." Ich hatte noch nie einen schöneren Abschluss oder einen wundervolleren Anfang eines Jahres als diesen.
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