Als ich meinen Rucksack durchkrame, fällt mir auf, dass mein einer Block irgendwie unter die anderen gerutscht ist. Also hole ich einen Teil des Inhalts meiner Tasche heraus und breite ihn auf dem Tisch aus, an dem ich mit Jonas und Freschta sitze, um nach dem Block zu greifen. Dadrunter fallen auch meine Notizbücher, in denen ich Plotideen aufschreibe und herumschwirrende Gedanken festhalte. Während ich angestrengt nach dem Block krame, bemerke ich aus dem Augenwinkel, wie Jonas eines der Notizbücher in die Hand nimmt und ich überlege kurz, ob ich etwas sagen soll, denn normalerweise sind mir diese Bücher heilig und niemand darf sie sehen. Aber dann stelle ich fest, dass es mich nicht stört, also kümmere ich mich nicht weiter darum.
Nach einigen Sekunden kann ich mir jedoch einen Kommentar nicht verkneifen und meine in Richtung meines Rucksacks: "Ich hoffe, dir ist bewusst, was für eine hohe Stellung du in meinem Leben hast, dass ich dich nicht schon längst angeschrien habe, weil du dir einfach mein Notizbuch genommen hast." "Ja, ich wollte gerade sagen, ich war richtig erstaunt und hab darauf gewartet", ergänzt Freschta völlig entsetzt und überrascht.
Ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Ja, die Freundschaft zwischen Jonas und mir ist wohl ziemlich besonders und mein Vertrauen zu ihm unglaublich, wenn man bedenkt, dass wir uns gerade mal seit gut zwei Monaten kennen. Aber deswegen schätze ich sie umso mehr und bin jeden Moment froh darum, dass wir uns kennengelernt haben.
Donnerstag, 30. November 2017
Donnerstag, 9. November 2017
#92
Wir stehen draußen vor der Mensa, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Ich war mit Freschta und Helene eine Runde spazieren, jetzt leisten wir Jonas, Tobi und Milan Gesellschaft. Heute war ein ziemlich produktiver Tag, was meine gute Laune erklären könnte. Aus einem Impuls heraus umarme ich Jonas, der direkt neben mir steht, und kichere kurz, dann lasse ich ihn wieder los. "Hey, warte, meine Arme waren gar nicht frei, das machen wir nochmal", meint er mit einem leicht vorwurfsvollen Ton und zieht mich wieder an sich. Wir drücken uns fest, dann hebt er mich leicht hoch und fängt an mich herumzuwirbeln.
"Jonas!", rufe ich leicht panisch, da es immer schneller wird, aber er lacht nur, hält mich fester und dreht weiter. Ich habe wohl kaum eine Wahl und kralle mich schon fast an ihn. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis er endlich stehen bleibt, und das vermutlich nur, weil ihm selbst schwindlig wird. Auf jeden Fall müssen wir uns aneinander festhalten. Ein weiteres Lachen entweicht uns und ich schüttle den Kopf, während ich versuche ihn anklagend anzusehen, aber er grinst mich nur frech an.
"Jonas!", rufe ich leicht panisch, da es immer schneller wird, aber er lacht nur, hält mich fester und dreht weiter. Ich habe wohl kaum eine Wahl und kralle mich schon fast an ihn. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis er endlich stehen bleibt, und das vermutlich nur, weil ihm selbst schwindlig wird. Auf jeden Fall müssen wir uns aneinander festhalten. Ein weiteres Lachen entweicht uns und ich schüttle den Kopf, während ich versuche ihn anklagend anzusehen, aber er grinst mich nur frech an.
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