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Freitag, 27. April 2018

#99

Als ich den Arbeitsraum betrete, fällt mir Nico sofort ins Auge. Ich bleibe für einen Moment erstarrt stehen und seine Freunde entdecken mich, aber bevor ich eine Reaktion von ihm bemerken könnte, schaue ich schnell weg. Leider sitzt er am Tisch direkt an den Ablagen, zu denen ich muss, aber ich bemühe mich, Blickkontakt jeglicher Art zu vermeiden und plaudere stattdessen mit Arian, mit dem ich gekommen bin. Für eine Millisekunde muss ich herüberlinsen, aber dann reiße ich mich zusammen und nachdem meine Abgabe einsortiert ist, entdecke ich einen ehemaligen Mitschüler, mit dem ich mich dann unterhalte. Während wir reden, ist mir sehr bewusst, dass er nur zwei Tische hinter mir ist, mehr als mir lieb ist. Und es ärgert mich, dass es mich überhaupt so beschäftigt, denn er sollte mir egal sein, so wie ich ihm egal bin. Immerhin wage ich keinen weiteren Blick zu ihm und als ich ein paar Minuten später den Raum verlasse, stelle ich fest, dass er und seine Freunde gegangen sind. Ein wenig atme ich erleichtert auf, aber irgendwie bin ich auch enttäuscht, was mich im nächsten Moment auch wieder ärgert. Wir sehen uns eigentlich nie in der Uni und sonst kümmert mich das ja auch nicht, wieso nimmt es direkt meine Gedanken ein, wenn wir dann mal im selben Raum sind? Ich wünschte, ich könnte dem so gleichgültig gegenüberstehen wie er.