Als Freschta durch die Tür tritt, drehe ich mich weg und starre in meinen Rucksack, greife nach meinem Notizbuch und will am liebsten schreiben, denn meine Gedanken rasen wieder und überschlagen sich. Aber das würde Aufmerksamkeit darauf lenken und das ist das letzte, was ich will, also reiße ich mich zusammen, schon wieder, und packe es ein. Meine Sachen sind jetzt alle verstaut und ich schließe die Augen und atme tief durch, während Jonas und Freschta sich begrüßen. Nicht mehr lange. Halt durch.
Sie kommen ins Zimmer. "Die anderen haben sich totale Sorgen um euch gemacht und gefragt, wo ihr steckt", erzählt sie und ich zwinge mir ein Lächeln auf. "Na, wenn wir vorher nicht schon Probleme mit Gerüchten hatten, dass wir zusammen wären, dann wohl jetzt", witzelt er und das ist genau der eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich gebe mir größte Mühe und lache ein wenig. "Das könnt ihr ja ändern. Ist wohl auch mein Stichwort zu gehen, was?" Die zwei haben sicher einiges zu besprechen und ich bin froh, wenn ich nicht mehr so tun muss, als würde mich das alles kalt lassen. Ich bin schon seit über zwölf Stunden dabei, die gute Freundin zu spielen, dabei bin ich selbst überfordert mit der Situation und Verlustängste plagen mich. Aber ich habe sie heruntergeschluckt.
"Was? Ich komme, du gehst? Das geht doch nicht", protestiert Freschta, aber ich sehe ihr auch an, dass sie mit ihm allein sein will. "Wir sehen uns doch oft genug", antworte ich locker und grinse sogar etwas. Es erschreckt mich selbst, wie authentisch ich wirke. Trotzdem bemerke ich selbst, wie schnell ich mir meine Stiefel überstreife, während die beiden darauf bestehen, mich noch zur Bahnstation zu begleiten. Aber Gott, ich will nur noch allein sein. "Nein, schon okay, ich kenn den Weg", lehne ich mit einem Lächeln ab, aber das muss gequält aussehen, denn ich merke, wie ich immer aufgeregter werde und mich weniger beherrschen kann. Eine kleine Diskussion entsteht, aber schließlich setze ich mich durch und stehe in der Tür und will gehen. "Drückst du uns wenigstens noch?", fragt Jonas und ich presse meine Lippen aufeinander, starre den Boden an und drehe mich dann um, umarme die beiden jeweils schnell und dann bin ich schon weg und ich weiß, dass es aussieht, als würde ich wegrennen und ich hatte mir geschworen, dass ich mich für die beiden bis zum letzten Moment zusammenreiße, aber ich hab es nicht mehr geschafft und damit müssen sie jetzt leben.
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Donnerstag, 7. Dezember 2017
#94
"Aber Jonas", entgegne ich fast schon entsetzt, sehe zur Seite und ihn dann mit festem Blick an. "Das ist doch Unsinn. Ich mag dich. Ich verbring gerne meine Zeit mit dir, ich rede gerne mit dir und ich schreibe auch gern mit dir. Ich hab dich einfach sehr gern in meinem Leben." Wenn mich jetzt jemand mit einer Pistole auf den Kopf bedrohen und zwingen würde, jemanden als meinen besten Freund zu betiteln, würde vermutlich sein Name fallen. Das Vertrauensverhältnis, das sich zwischen uns aufgebaut hat, ist so schnell entstanden und hat eine solche Tiefe, wie es kaum einer in meinem Leben schafft.
Er ist verlegen, lächelt mich jedoch an, stottert ein wenig und meint dann: "Danke. Ich hab dich auch gern in meinem Leben." Das sorgt wiederum dafür, dass sich meine Mundwinkel heben, bevor ich mit einem leicht nervösem Lachen erwidere: "Wow, und was soll ich jetzt dazu sagen?"
"Du könntest auch so blöd vor dich hinstottern wie ich gerade, das ist bestimmt lustig", schlägt er vor und grinst schief, aber ich schüttle den Kopf. "Vergiss es." Dann überlege ich kurz, bis ich mich entschließe, ihn einfach fest zu umarmen. "Ich hab dich lieb, Jonas." Er legt ebenfalls seine Arme um mich. "Ich dich auch."
Er ist verlegen, lächelt mich jedoch an, stottert ein wenig und meint dann: "Danke. Ich hab dich auch gern in meinem Leben." Das sorgt wiederum dafür, dass sich meine Mundwinkel heben, bevor ich mit einem leicht nervösem Lachen erwidere: "Wow, und was soll ich jetzt dazu sagen?"
"Du könntest auch so blöd vor dich hinstottern wie ich gerade, das ist bestimmt lustig", schlägt er vor und grinst schief, aber ich schüttle den Kopf. "Vergiss es." Dann überlege ich kurz, bis ich mich entschließe, ihn einfach fest zu umarmen. "Ich hab dich lieb, Jonas." Er legt ebenfalls seine Arme um mich. "Ich dich auch."
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