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Donnerstag, 24. April 2014

#30

Als ich mein Zimmer betrete, sehe ich mein Handy blau blinken. Das bedeutet, dass ich eine SMS bekommen habe. Mein Herz schlägt höher und ich renne schon halb auf mein Bett zu, auf dem das Handy liegt. Bitte lass es Paul sein, bitte lass es Paul sein. Die typischen Gedanken, wenn ich eine SMS bekomme. Wobei die nicht mal ganz unberechtigt sind, denn er ist eigentlich der einzige, der mir eine SMS schreiben würde, da der Rest mich schlichtweg nicht kontaktiert oder Whatsapp hat im Gegensatz zu ihm. Ein breites Grinsen erscheint auf meinem Gesicht, als ich erkenne, dass er es wirklich ist.

20:14 Uhr, Paul
Wir haben das Paddeln n Tag früher abgebrochen :P ich hatte zeitweise das Gefühl das es auf der ganzen Welt nichts mehr gibt das nicht ein kleines bisschen feucht ist.
Wie gehts dir mit deiner cousine?

Ich schreibe, noch auf dem Boden sitzend und an das Bett gelehnt, auch sofort zurück, kann mich kaum ruhig halten vor lauter Freude, dass er mir einfach so von sich aus geschrieben hat. Schon das zweite Mal innerhalb von ein paar Tagen!
Wir simsen uns den ganzen Abend über verteilt, bis spät in die Nacht.

21:28 Uhr, Paul
Was stellst du mit dem Rest deiner Ferien an?

21:31 Uhr, Ich
Meine eltern meinten iwas von fahrradtour aber kp. Morgen muss ich noch zum arzt, ansonsten suchte ich grad den nächsten anime, um über den verlust von tsubasa chronicle hinwegzukommen xD und was machst du noch die nächsten tage? :)

21:32 Uhr, Paul
Öhh...fängt mit lang an und hört mit weile auf
Also morgen chillen und pkmn spielen und freitag mit cousinen, nichten und neffen dritten grades in den zoo

21:42 Uhr, Ich
Ist doch schön entspannend :D ich war noch nie in einem zoo... Fällt mir grade so auf xD viel Spaß dir dann :)

22:28 Uhr, Paul
Noch nie?
Erinner mich daran das ich dich mal in einen schleppe

22:45 Uhr, Ich
Nein, noch nie. Hat sich nie ergeben, auch nicht mit der klasse oder so, obwohl es in der nachbarstadt n zoo gibt... Hm xD Ehm okay. Eig bin ich nicht so interessiert, aber wenn du meinst... Mit dir gern. :3

22:54 Uhr, Paul
Wir müssen so oder so nochmal was zusammen unternehmen :P Mit dem rest meiner Freunde kann man irgendwie nichts anfangen

23:03 Uhr, Ich
Der Meinung bin ich auch. :D müssen wir ganz bald mal! :) Aww das ist süß von dir. :3

23:06 Uhr, Paul
Danke :p Ferien sind leider durch wenn ich wieder da bin. Aber so viel wie wir bald frei  haben sollten wir irgendwann mal zeit finden oder?

Montag, 7. April 2014

#29

Breit grinsend betrete ich den Flur, in dem meine Freunde die Treppe besetzen. "Valle! Lilith hat eine 2 in der Klausur!", begrüßt Paul mich auch sofort und streckt seine Hand nach mir aus. Irritiert sehe ich von ihm zu Lilith. "Warte, was? Du hast doch gerade eben erst in der 3./4. geschrieben?!", frage ich verwirrt, sowohl von Pauls Handbewegungen in meine Richtung als auch von der Tatsache, dass Lilith ihre Klausurnote nach zwei Schulstunden weiß. "Jaa, der hat sie anscheinend schon korrigiert", meint sie.
"Und was hast du?", frage ich Paul und schaue ihn neugierig an, "Und was zur Hölle soll das eigentlich mit deiner Hand da?" Er grinst nur. "Ich weiß meine noch nicht, aber wenn Lilith eine 2 hat, wird meine schon nicht so schlecht ausgefallen sein."
"Okay", erwidere ich und lächle ihn an. "Will jetzt einer von euch nicht mal aufstehen, mich umarmen und mir tschüss sagen?" Abwartend schaue ich in die Runde, Tim antwortet nur frech: "Ähm, nein?!" Auch der Rest macht keine Anstalten, sich zu bewegen. Ich verdrehe die Augen und verabschiede mich deswegen beleidigt, da ich jetzt frei habe: "Tz dann nicht. Bis morgen!" Ein schadenfrohes Lachen kann ich nicht unterdrücken, bis ich mich dann umdrehe und aus der Tür trete. "Warte! Hast du jetzt frei?!", fragt Paul und ich antworte über die Schulter: "Jap." Ich höre, wie jemand aufsteht und aus irgendeinem Grund erwarte ich halb, dass es Julian ist. Dann zieht Paul mich schon zurück in seine Arme und umarmt mich fest. Ich lege meine Arme um ihn und mein Blick gleitet kurz zu den anderen. Es ist nicht mal eine Sekunde, aber ich habe irgendwie den Eindruck, als ob sie uns grinsend zuschauen würden, aber ich verwerfe den Gedanken wieder. Bestimmt nur wieder Hirngespinst. Außerdem ist es mir gerade viel wichtiger, Pauls Duft einzuatmen und mich zusammenzureißen, damit ich mich nicht an ihm festklammere, weil ich am liebsten für immer in dieser Position verharren würde. "Tschüss und einen schönen Montag noch", meint er und wir lächeln uns an. "Danke, dir auch", antworte ich und lasse ihn dann schweren Herzens los, um nach Hause zu gehen.


Freitag, 4. April 2014

#28

"Kann ich mal mit dir reden? Allein?", frage ich Julian und schaue ihn ausdruckslos an. Er streckt wortlos seine Arme aus, damit ich ihm aufhelfe und wir gehen weg von unseren Freunden raus aus dem Flur nach draußen. "Müssen wir wirklich rausgehen?", fragt er in einem jammernden Ton. "Ja", antworte ich und drehe mich, als wir draußen sind, zu ihm um. "Was sollte das gestern?"
Er schaut mich mit einem leeren Blick an, tut ahnungslos. "Was meinst du?"
"Du weißt genau was ich meine. Was sind deine Gründe, dich 'von mir zu entfernen'?"
Er wendet den Blick ab, ich verschränke meine Arme und presse meine Lippen aufeinander. "Ich will mich nicht erklären."
"Du denkst also, das geht? Du entfernst dich von mir aus mir unbekannten Gründen und denkst, du kannst das einfach so tun?"
"Es ist dir doch sowieso egal."
"Wenn es mir egal wäre, würde ich dann jetzt hier stehen?"
"Du stehst hier, weil ich dich darauf aufmerksam gemacht habe!"
"Ja und weil ich das hier und jetzt erklärt haben will, anstatt es einfach beiseite zu schieben."
"Was soll ich schon sagen?!"
Mit festem Blick schaue ich ihn an, seine Augen blitzen mich wütend an. "Warum?"
"Wie, warum?"
"Du hast gesagt aus verschiedenen Gründen entfernst du dich von mir. Mit 'Warum' frage ich nach diesen."
"Ich hab aber keine Lust es zu erklären!"
Ich schweige. Er auch.
"Das ist es also? Du willst es wirklich so stehen lassen? Dich von mir entfernen und mir nicht einmal sagen warum?"
"Ja."
Wir starren uns beide an. Wahrscheinlich wütend, vielleicht auch vorwurfsvoll, wahrscheinlich ein harter Gesichtsausdruck, vielleicht enttäuscht. Ich bleibe stehen, lasse die Zeit verstreichen und hoffe, dass er seine Meinung ändert. Aber nichts kommt. Also drehe ich mich wortlos um und stürme zurück zu den anderen. Ich hätte nicht gedacht, dass das je passieren würde.


Mittwoch, 2. April 2014

#27

Julian schnipst mir gegen die Wange. "Au!", rufe ich. Er grinst und macht Anstalten, es zu wiederholen, also laufe ich schnell um Danny herum zu Paul, um mich an ihn zu drücken und ihn gleichzeitig dabei vor mich zu schieben. "Aww, hat er dir wehgetan?", fragt er fürsorglich und ich nicke. Er legt die Arme um mich und drückt mich fest. "Keine Angst, ich bin ja da", säuselt er und grinst dann, "Sollen wir ihn wieder schlagen?" Ich lache und meine: "Ich glaub, du kannst das allein besser."

Als wir in die Bahn steigen, stehen Paul und ich eng aneinander gedrückt mitten im Gang. Es gab mal wieder einen Verkehrsunfall, weswegen die Bahnen alle zu spät kamen und jetzt natürlich schrecklich voll sind. Julian steht irgendwo bei der Tür. Ich schlinge meine Arme um Paul, um nicht in der Bahn umzufallen, da er sich immerhin oben festhalten kann. Er ärgert mich fast die ganze Bahnfahrt über und irgendwann meine ich dann eingeschnappt: "Ich mag dich nicht mehr, du bist doof." Beleidigt wende ich dann meinen Blick von seinem Gesicht ab. Da es jedoch ziemlich warm ist, merke ich langsam die Müdigkeit in mir aufsteigen und lege meinen Kopf auf seine Brust. Ich kann seinen Herzschlag spüren und muss mir unwillkürlich vorstellen, wie es wohl wäre, wenn wir beide einfach in einem Bett liegen würden und ich auf seiner Brust einschlafen könnte. Mit seinem Herzschlag in meinem Ohr, seiner Stimme als letzten Ton, den ich kurz vorm Einschlafen vernehme und seiner Hand, die durch meine Haare streicht und seinem Arm, der mich festhält. Ich unterdrücke einen verträumten Seufzer.
"So schlimm?", fragt Paul dann und legt einen Arm um mich. "Tut mir Leid, Valle, ich wollt dich nicht so sehr mobben." Er drückt mich fest an sich und ich muss unwillkürlich lächeln und umarme ihn auch. Es ist wirklich nicht in Worte zu fassen, wie viel ich für diesen wundervollen Jungen empfinde.