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Montag, 28. November 2016

#76

"Ich muss dir noch was erzählen!", fällt es mir in der Bahn ein, nachdem Nico und ich eingestiegen sind. Wir fahren mittlerweile fast jeden Tag zusammen nach Hause, wenn es uns beiden zeitlich passt. Meistens wartet einer auf den anderen, aber das macht uns nicht wirklich was aus, auch weil es nicht so lang ist. "Was denn?" Interessiert sieht er mich an und ich erzähle ihm von Lena, Julians Freundin, und dass sie Ringe zum Geburtstag bekommen hat, woraufhin er gleich anfangen muss zu grinsen. "Naja, da musste ich direkt an Julian denken", meine ich dann ebenfalls grinsend. "Ich frage mich, ob er die immer noch hat oder sie irgendwie benutzt hat."
"Wahrscheinlich für seine letzten drei Freundinnen", spottet Nico mit einem Lächeln und ich muss kichern.
"Eigentlich würde ich dir Recht geben, aber Lena und er sind schon ewig lang zusammen. 2 Jahre oder so."
"Was, echt?" Ich nicke und wieder lässt er einen abfälligen Kommentar über Julian ab. Die beiden hatten sich nie leiden können. "Naja, ich bin auch froh, ihn losgeworden zu sein."
"Du bist ihn los?" Erstaunt blinzle ich zur Seite. "Du weißt das nicht? Ich bin schon seit 2 Jahren nicht mehr mit Julian befreundet. Wir verbringen nur gezwungenermaßen Zeit miteinander, weil wir den gleichen Freundeskreis haben und ich nicht so kindisch bin."
"Hm, doch, ich glaube..." - "Naja, er hat halt gesagt, ich sei eine scheiß beste Freundin." - "Da hat er ja auch irgendwie Recht." Empört sehe ich ihn an, während er mir verschmitzt entgegen grinst, dann drehe ich mich beleidigt weg. "Weißt du was? Fahr doch allein nach Hause." - "Nein, okay, tut mir ja leid, erzähl weiter." Entschuldigend sieht er mich an und ich verdrehe meine Augen, grinse aber schon selbst leicht und dann sprudelt auch schon die ganze Geschichte aus mir heraus. Erst beim Erzählen wird mir wirklich bewusst, wie nah mir das noch heute geht. Dass er gesagt hat, ich sei eine schlechte Freundin, obwohl er mir nicht einmal etwas von Lena erzählt hatte und mich angemotzt hatte, als ich Interesse gezeigt habe, weil doch alles offensichtlich sei. Dass er mir vorgeworfen hat, ich würde mir nicht genug Mühe geben, obwohl er sich selbst zu fein gefühlt hat, uns auch nur einander vorzustellen. "Der ist so ein Idiot, ich hab's dir schon damals gesagt", schließt Nico nur ab und ich schmunzle, kann ihm aber nicht widersprechen. Ja, er war schon damals der Meinung, dass Julian mir nicht gut tut und im Nachhinein betrachtet hatte er Recht. Ich erinnere mich immer noch an seine Worte, die er mir so oft gesagt hatte. Dass ich Julian abschießen sollte, ich hätte ja ihn. Und wie ich das immer mit einem Lachen abgetan habe und er nicht so albern sein soll, aber irgendwie...irgendwie hat Nico damit von Anfang an Recht gehabt.

Dienstag, 22. November 2016

#75

"Ihr verlasst mich jetzt also alle einfach?", frage ich mit gespieltem Vorwurf in der Stimme und sehe Simon, Jan-Luca und Thomas an. Die grinsen mich nur entschuldigend an. "Joa, wir tun ja hier eh nichts mehr, dann starte ich lieber ins Wochenende", meint Jan-Luca dann und ich verdrehe meine Augen, verabschiede sie aber mit einem Lächeln. Wer hätte gedacht, dass ich in diesem Studiengang so wunderbare Menschen kennenlernen würde? Und wem hätte ich schon vor ein paar Jahren geglaubt, dass Nico und ich uns mal einen Teil unseres Alltags teilen würden nach sechs Jahren langer, zum Teil doch sehr anstrengender und dramatischer, Freundschaft, die doch ihren Anfang im Internet fand? Ich drehe mich zur Seite, beschließe mich eben neben Nico zu setzen, der seit zwei Stunden am Nachbartisch sitzt und mit seinem Studienfreund  Daniel Übungsblätter korrigiert. Ich ziehe einen Stuhl heran und platziere ihn neben Nico, lasse mich drauf fallen und spähe ihm über die Schulter. "Du setzt dich zu uns?", meint er dann fragend und sieht mich an, woraufhin ich nicke. "Ja, der Rest hat mich allein gelassen", erkläre ich dann mit einem Grinsen und wir unterhalten uns, während Daniel und er die Blätter durchgehen. Irgendwie komme ich dann mit Daniel ins Gespräch und wir wollen uns über Cursed Child unterhalten, wobei Nico sich mit Kopfhörern ausklinken muss, weil er das Buch noch lesen will. Begeistert stelle ich fest, dass Nicos Freund tatsächlich ein Potterhead ist, auch wenn unsere Meinungen über Cursed Child wohl auseinander gehen und als wir fertig sind, ziehen wir Nico die Kopfhörer aus den Ohren. "Wir haben uns ausgepottert", erklärt Daniel dann mit einem schiefen Grinsen und ich muss leise kichern. "Weißt du, woher wir uns kennen?", fragt Nico ihn dann und blinzelt zu mir rüber, was ich mit einem breiten Grinsen quittiere. "Nein, woher?" Ich überlasse ihm die Antwort und warte nur gespannt die Reaktion ab. "Von einer Harry Potter Fanseite."
"Nein, echt?" Ein erstaunter Blick und ich bestätige es mit einem Nicken, während mein Blick rüber zu Nico gleitet, der mich ebenfalls ansieht. Wir lächeln uns an und ich kann kaum in Worte fassen, wie froh ich bin, dass ich es bis zu diesem Moment geschafft habe, weil mein Leben nie schöner war als jetzt.

Dienstag, 15. November 2016

Briefe, die ich nie geschrieben habe. #4

Lieber Julian,
wer hätte gedacht, dass ich mal an diesem Punkt sein würde? Dass wir mal hier enden würden? Ich habe in den letzten Jahren viel über uns und unsere innige Freundschaft nachgedacht, die wir geführt haben. Ich habe daraus so viele Erkenntnisse gewonnen und trotzdem...eine wirkliche Antwort darauf, wie das alles so plötzlich zu Bruch gehen konnte, habe ich noch immer nicht gefunden. Obwohl so viel in unserer Freundschaft schief gelaufen ist, hat sie uns doch eigentlich glücklich gemacht, oder nicht? Das hab ich immer gedacht...und ich dachte, du auch. Aber irgendwie müssen wir wohl doch unglücklich gewesen sein, uns gegenseitig unglücklich gemacht haben, denn sonst wären wir jetzt nicht da, wo wir eben sind. Weit voneinander entfernt. Und ich für meinen Teil bin auch noch froh darum, so hart es auch klingt.
Mittlerweile glaube ich, wir hatten eine ziemlich ungesunde Beziehung zueinander. Du hast immer so viel von mir gefordert und ich habe mich verpflichtet gefühlt, diese Forderungen einzuhalten. Und ich habe so viel von dir erwartet und das stand immer unausgesprochen zwischen uns. Wir beide haben so viele Fehler begangen in dieser Freundschaft und ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, oder ich es nur so empfinde, weil ich mir selbst nicht so viel Schuld zuschreiben möchte, aber nachdem ich so viel über uns nachgedacht habe, glaube ich behaupten zu dürfen, dass du den Hang dazu hattest, Beziehungen ungesund zu machen. Es war ja schließlich nicht das erste Mal, oder? Als deine beste Freundin habe ich so viel miterlebt von den Dingen, die du getan hast und dich nicht dafür verurteilt. Damals. Heute muss ich zugeben, dass ich mein jüngeres Ich in dem Punkt einfach nicht mehr verstehen kann. Bin ich jetzt schlauer oder einfach intoleranter geworden?
Ich glaube, das Schlimmste an unserer Freundschaft war für mich immer, dass ich das Gefühl hatte, ich wäre dir gegenüber verpflichtet. Als müsste ich für dich da sein, als müsste ich für dich glücklich sein, als müsste ich dafür sorgen, dass du glücklich bist - als müsste ich dich durch dein Leben begleiten. Es hat sich manchmal gar nicht mehr wie mein eigener, freier Wille angefühlt. Sollte ich mich dafür schlecht fühlen? Oder eher du? Schließlich warst du derjenige, bei dem man sich zu bestimmten Zeiten nicht sicher sein konnte, ob du am nächsten Tag aufwachen würdest.
Und Julian, das war das eigentlich wirklich Furchtbare an dieser Freundschaft, das Unerträgliche. Denn egal was ich getan habe, ich hatte nie das Gefühl, genug getan zu haben, weil es dich nie an das Leben gebunden hat. Du hast immer nur versucht, dich noch stärker davon loszureißen und es gibt nur Weniges, das mich in meinem Leben so traurig gemacht hat wie diese Tatsache. Denn du warst eigentlich so voller Leben und es war ansteckend, aber es war laut dir alles nur gespielt. Ich verstehe bis heute nicht, wie du nicht selbst merken konntest, dass Leben in dir stecken muss, damit du es bei anderen verbreitest. Lebendigkeit kann man nicht schauspielern, Julian. Ich wünschte, das hättest du damals begriffen, weil es uns Vieles erleichtert hätte.
Ich weiß noch immer nicht, wo genau der Punkt war, an dem man im Nachhinein sagen kann, dass es da war, wo alles schief ging zwischen uns. So schief, dass ich diese Freundschaft zwischen uns nicht mal wirklich vermisse. Aber ich möchte, dass du weißt, dass ich sie nicht bereue, auch wenn ich um ihr Ende froh bin. Ich glaube, du denkst heute ähnlich. Ich würde es dir jedenfalls nicht übel nehmen. Wir haben eben einfach gelernt, ohne einander zu leben. Wir waren nun mal einfach nicht füreinander gemacht, in keinster Weise. Es tut mir leid, dass ich nicht die beste Freundin war, die du gebraucht hast.

Valerie

Freitag, 28. Oktober 2016

#74

"Ausziehen war schon echt heftig. Ich meine, ich war wirklich neidisch auf alle, die da bleiben konnten. Sogar auf die Müllmänner, weil sie eben dort jeden Tag da arbeiten." Mich erstaunt es fast, zu hören was Theo da sagt, aber das ist wohl doch irgendwie nachvollziehbar. Auch wenn ich diese kleine Stadt meine Heimat nenne, bin ich nicht mein ganzes Leben dort gewesen im Gegensatz zu ihm.
"Ich weiß was du meinst. Ich vermisse es immer noch und bin immer noch neidisch auf die Leute und der Umzug ist vier Jahre her", erwidere ich trocken und ein kleines Lachen begleitet den Satz.
"Du musst einfach mal wieder herkommen. Aber diesmal richtig. Wir kommen beide gleichzeitig und dann gehen wir alle abends mal auch feiern und so." Bei dieser Vorstellung breitet sich ein glückliches Lächeln auf meinem Gesicht aus. "Ja. Das machen wir auf jeden Fall." Es ist schön, wieder mit ihm zu reden, auch wenn wir nicht in einem Bus nebeneinander sitzen oder uns im Klassenzimmer gegenüberstehen; auch wenn wir keine süßen 14 Jahre mehr sind; auch wenn wir uns so verändert haben und irgendwie auch gleich geblieben sind. Unseren Gesprächsrhythmus haben wir wie von ganz allein wiederaufgenommen und ich muss daran denken, wie Theo eben zu mir sagte, dass es ihm gut tut, mal wieder mit jemandem so gut reden zu können wie mit mir und daran, dass ich diese Freundschaft wirklich vermisst habe. Vielleicht muss ich das ja in Zukunft nicht mehr so sehr.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Blogaward 4

Die liebe Novelist hat mir den Liebsten-Award verliehen. Vielen lieben Dank dafür, ich hab mich total gefreut! :3

Die (geliebten/unbekannten) Regeln:
1. Danke der Person, die dich für den Liebster-Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel
2. Beantworte die elf Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat
3. Nominiere fünf bis elf weitere Blogger für den Liebster-Award
4. Stelle eine neue Liste mit elf Fragen für deine nominierten Blogger zusammen
5. Schreibe diese Regeln unter deinen Beitrag zum Liebster-Award
6. Gib deinen Gewinnern bescheid



Ihre Fragen
1. Welche Serien/Filme sollte ich mir unbedingt anschauen und warum?
- Hm... Ich mag "How I Met Your Mother", weil es lustig ist und ich die Charas mag und immerhin gucke ich das immer wieder mal ganz gerne (meistens wenn ich nicht weiß, was ich sonst schauen soll); "Fullmetal Alchemist: Brotherhood" ist ein Anime, den ich total liebe und den es sich wirklich zu lohnen anschaut, weil er eine mitreißende Story hat und einem die Charaktere wirklich ans Herz wachsen.
2. Wie hast du deine Passion zum schreiben gefunden?
- Oh, die Frage mag ich. Hm angefangen habe ich mit dem Schreiben von Geschichten, was mir noch heute Spaß macht. Ich kann mich noch heute an meine allererste Geschichte erinnern...die zutiefst peinlich ist und die zum Glück nur meine Cousine kennt xD Ich glaube, wir beide hatten einfach darüber geredet - sie hat quasi gemeinsam mit mir damit angefangen - und dann haben wir einfach mal beide daran geschrieben. Ich hab schnell erkannt, wie peinlich der Inhalt ist, aber es zu schreiben hat mir Spaß gemacht und mir das auszudenken auch. Und ab da ging es los. Ich glaube, dass mich der Deutschunterricht in der 5. und 6. Klasse da auch sehr unterstützt hat, damals hat man ja oft noch irgendetwas Kreatives geschrieben und ich hab von meinem Deutschlehrer damals ziemlich positives Feedback bekommen, das tut dem Selbstbewusstsein ja ziemlich gut. Und deswegen hab ich wohl immer weiter gemacht und durch meine Cousine hab ich dann auch Fanfictions gefunden und selbst angefangen, welche zu schreiben.
Was das Bloggen angeht, was ich auch unglaublich gerne tue und mir auch wirklich gut tut, so bin ich durch den Zweitaccount bei SchuelerVZ, den damals viele Leute hatten, draufgekommen. Naja beim Zweitaccount den sich einige erstellt hatten - ich kannte das von einer Internetfreundin - hat man sich oft so über Probleme und so ausgetauscht (oder Rollenspiele gespielt, das war so der andere Zweck). Eine meiner Internetfreunde dort hatte einen Blogspot und als ich mir das näher angesehen habe, fand ich nicht nur den Blog klasse, sondern auch so das Konzept davon. Also hab ich mir auch mal einen erstellt und...tja, so bin ich hier gelandet. Und ich hab schnell gemerkt, dass es zwar was anderes ist als das Schreiben von Geschichten (oder auch das Posten in einem RPG-Forum), aber dass es mir unglaublich gut tut. Und seitdem bin ich hier. Vielleicht nicht immer aktiv und nicht immer auf diesem Blog, aber trotzdem bin ich Blogspot seit fünf Jahren treu.
3. In welchem Moment warst du sehr stolz auf dich, weil du etwas erreicht hast, was dir sehr viel bedeutet?
- Ich bin jedes Mal wieder aufs Neue stolz auf mich, wenn ich eine Kurzgeschichte oder ein Kapitel einer Geschichte beende, weil mir das Schreiben sehr viel bedeutet und es mich stolz macht, auch mal etwas in dem Bereich zu beenden.
4. Wonach bist du süchtig?
- Ich weiß nie so recht, wie ich diese Frage beantworten soll, aber ich schätze ich kann da Chips nennen, denn es gibt sonst absolut nichts auf der Welt, auf das ich nie keine Lust habe xD und Musik. Und kann man nach der Nähe eines Menschen süchtig sein? Denn von ihm kriege ich nie genug.
5. Übst du ein ehrenamtliches Amt aus? Welches? Warum?/ Warum nicht?
- Nein. Öhm, ich wüsste nicht welches und ich muss auch ehrlich zugeben, ich bin zu faul für sowas mittlerweile. Ich würde wohl noch ministrieren, wenn ich nicht umgezogen wäre bzw. hätte vermutlich diesen Sommer nach vielen Jahren damit aufgehört, aber seit wir hierhergezogen sind, mache ich das nicht mehr, weil ich keine Lust hatte, das in einer neuen Gemeinde zu machen. Eigentlich war das Schöne am Ministrieren immer, dass ich es mit Isabel gemacht habe, deswegen habe ich es hier nicht mehr wieder aufgenommen. (Davor habe ich es gemacht, weil ich es als Viertklässlerin ziemlich cool fand und dann hab ich eben einfach nicht damit aufgehört.)
6. Was willst du deinen eventuell später mal lebenden Kinder unbedingt mitgeben?
- Ich weiß nicht. Ich hoffe, sie besser zu erziehen als meine Eltern mich und ihnen beizubringen, dass man im Leben immer zu sich selbst stehen muss. Ich hoffe, dass ich ihnen beibringen kann, dass ich eine Vertrauensperson für sie bin und sie zu mir kommen können. Ich hoffe, dass sie immer wieder aufstehen können, wenn sie fallen und dass sie wissen, wie man sich Hilfe holt und Hilfe annimmt, weil daran nichts verwerflich ist. Ich hoffe so vieles für die Kinder, die ich vielleicht mal haben werde.
7. (Weil ich die Frage so unglaublich toll finde) Wann war das letzte Mal, dass du etwas zum ersten Mal gemacht hast? Was war das?
- Ich finde die Frage total schwierig, weil ich mich glaube ich nicht an sowas erinnern kann. Zählt es, dass ich letztens meine Mutter zum ersten Mal alleine abgeholt habe von der Arbeit mit dem Auto? Alleine gefahren bin ich zwar schon, aber bisher war ich noch nie allein mit ihr im Auto. Ja, ich denke, das zählt.
8. Glaubst du? (An Gott/ eine höhere Macht/ etwas anderes)
- Ja, tue ich. Ich weiß nicht so recht an was, aber wohl in irgendeiner Form an Gott.
9. Was hast du heute gemacht?
- Ich hab morgens telefoniert; mit dem Kieferorthopäden meiner Schwester, um ihren Termin zu verschieben und dann mit einer Uni. Danach hab ich das Geburtstagsgeschenk für meine Schwester vorbereitet und nachmittags mit ihr eine Folge Liv und Maddie geguckt und dann mit ihr Smash auf der WiiU gespielt. Und dann waren wir in einem Steakhaus essen als Familie und dann gab es zuhause Kaffee und Kuchen, noch eine Runde Smash und bis eben hab ich an einem Steckbrief für einen RPG-Charakter gearbeitet, bevor ich mich dem Blogaward hier gewidmet habe, der schon seit Wochen hier vergammelt, weil ich nicht die Motivation gefunden habe, die letzten Fragen zu beantworten.
10. Stell dein Handy (ein anderes Gerät von dem deine Musik abgespielt werden kann) auf shuffle und schreibe die ersten drei Lieder auf.
- OneRepublic: Good Life
- Glasperlenspiel: Nie Vergessen
- Katy Perry: Wide Awake
11. Was waren deine letzten Wort, die du gesagt hast?
- "Noch nicht. Jaaa, gleich."

Montag, 26. September 2016

#73

Kichernd stehe ich vor Paul, der eine Stufe unter mir ist. Wir befinden uns auf einer Rolltreppe, die uns in den Untergrund führt. Wir sind auf dem Heimweg, nachdem wir heute quasi den ganzen Tag im Kino verbracht haben, weil wir uns gleich zwei Filme angesehen haben.
Weil ich eine Stufe über ihm bin, kann ich ihm direkt in die Augen sehen und ich lege meine Arme um ihn, um ihn zu umarmen. Ich spüre seine Arme, die sich um meinen Körper legen und mein Kopf legt sich auf seine Schulter. Meine Nase nimmt seinen typischen Geruch auf und ich schließe meine Augen. "Ich liebe dich", flüstere ich ihm ins Ohr und hoffe, dass er all die Gefühle, die Liebe, heraushört, denn genau in diesem Augenblick der Nähe und Ruhe zwischen uns scheinen sie mich mal wieder zu überwältigen, aber in einem positiven Sinn. "Ich liebe dich auch", erwidert er und ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen, während ich ihn nochmal drücke. "Und das ist ein Vertrauenstest gerade, das weißt du? Du musst es mir sagen, wenn wir da sind und ich nach hinten treten muss", ergänzt er dann und ich muss grinsen, nicke jedoch. Mein Blick gleitet nach hinten, damit ich es sehen kann, wenn wir da sind und wir kommen dem Boden immer näher. Mein Griff um ihn festigt sich und ich grinse, als ich spaßeshalber "Jetzt" sage. "Haha", erwidert er dann und ein leises Kichern entweicht mir.
"Jetzt", meine ich dann schließlich, aber er bewegt sich nicht, dreht sich stattdessen nach hinten um und tritt eine Sekunde später nach hinten. Beleidigt sehe ich ihn an. "Ich dachte, du vertraust mir!" "Wer einmal lügt, dem glaubt nicht. Du hast mein Vertrauen missbraucht!" Mein Blick wird empört und wir diskutieren einen Moment lang darüber, bis Paul sich geschlagen gibt. "Na gut, wir können ja einfach nochmal hoch und wieder runterfahren." Er meint es wahrscheinlich eher im Scherz, aber ich sage "Okay." und grinse ihn an. Er verdreht seine Augen, fragt dann jedoch trotzdem: "Sollen wir echt?"
Wir sehen zur Anzeige, die nächste Bahn kommt in vier Minuten. Einige Schritte zurück und wir sehen uns die Rolltreppe an. "Das ist etwas länger als ich dachte. Aber das sollten wir trotzdem schaffen, oder?" Ich nicke, schaue dann trotzdem nochmal hin. "Und wenn wir die Bahn verpassen?" "Na gut." Ich sehe wieder zur Anzeige. "Sind noch drei Minuten. Wahrscheinlich verpassen wir die Bahn wirklich." Eine Pause. "Wollen wir es trotzdem versuchen?", frage ich dann doch und grinse. Er nickt, nimmt meine Hand und zieht mich die Treppe hoch, die wir mit einem federleichten Lachen hochstürmen, immer mehrere Stufen auf einmal nehmend. Dann stellen wir uns wieder hin und ich kichere, während ich ihn wieder umarme, die Rolltreppe beobachtend. "Wir haben uns schon ein bisschen von dem Film anstecken lassen, oder?", fragt Paul dann schmunzelnd, meint damit den Liebesfilm, den wir uns gerade angesehen haben. "Quatsch, wir sind immer so süß", erwidere ich und grinse ihn an. Als wir uns danach küssen, erfüllt mich wie jedes Mal diese Wärme und ich hoffe, dass sie nie vergeht, genauso wie diese Liebe, die uns verbindet.

Samstag, 17. September 2016

Briefe, die ich nie geschrieben habe. #3

Lieber Maxi,
obwohl sich dieser Name erst in der 8. Klasse entwickelt hat, hat er sich doch bei mir festgesetzt. Ich kann mir das kaum erklären, weil es doch auch noch so spät war, denn ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich beschlossen habe, dich so zu nennen: Es war der erste Ausflugstag bei unserer Englandfahrt, auf der Rückfahrt. Sabrina hatte mir verraten, was dein verhasster Drittname ist. Und ich hatte meine Rache für deinen Spitznamen für mich gefunden.
Und ich muss ehrlich sagen, obwohl mich der Name anfangs geärgert hat, habe ich mich mit der Zeit daran gewöhnt und ich finde es schön, dass wir beide einen ganz besonderen Spitznamen für den anderen haben, den keiner außer uns nutzt. Es schafft eine seltsame Verbindung, aber nicht im schlechten Sinne. Aber wir hatten irgendwie schon immer eine seltsame Verbindung zueinander. Es gibt sicherlich einige Dinge, die ich gerne rückgängig machen würde, weil sie mir unglaublich peinlich sind. Und dir wahrscheinlich auch. Aber so sind nun mal verknallte 12-jährige Mädchen. Ich bin froh, dass dich das nie gänzlich abgeschreckt hat, denn die Freundschaft, die auf meine Schwärmerei für dich folgte, ist eine wirklich besondere gewesen, die ich immer sehr geschätzt habe.
Jede 5-Minuten-Pause, jeder Klassenausflug, jede Mittagspause, jeder Nachmitag bei einer AG - ich wünschte, ich hätte das schon damals mehr geschätzt, denn mit dir war jedes dieser Ereignisse immer ein Riesenspaß. Du hast mich so oft zum Lachen gebracht und mit dir zu reden fiel mir immer leicht. Ich hoffe, für dich war das genauso. Denn ich hatte in dir einen wirklich guten Freund gefunden, Maxi. Ich habe immer gewusst, dass ich auf dich zählen kann und mir war immer klar, dass jede Party mit dir nur lustig werden kann. Heute bedaure ich es sehr, dass ich nie diese Erfahrung machen konnte.
Es ist auch so unglaublich schade, dass auch diese Freundschaft keinen Bestand hatte. Denn ich glaube, dass sie noch gar nicht ihren Höhepunkt erreicht hatte, wirklich wunderbar geworden wäre in den nächsten Jahren, wenn ich nie den Wohnort gewechselt hätte. Aber ich schätze, du bist nicht der Typ Mensch dafür - und ich auch nicht. Seien wir doch ehrlich, unsere Freundschaft war nicht der Typ dafür. Unsere Freundschaft hat davon gelebt, dass wir uns ständig gesehen haben, nebeneinander gelacht haben und von Angesicht zu Angesicht gesprochen haben. Die ganzen SMS und Anrufe zwischen den Tagen haben sie zwar schöner gemacht, aber sie hätten nie gereicht, konnten es gar nicht. Ich wünschte wirklich, es wäre anders gewesen.

Teddy

Freitag, 16. September 2016

Briefe, die ich nie geschrieben habe. #2

Liebe Esther,
warum ich das hier schreibe, weiß ich nicht. Es gibt so vieles Unausgesprochenes zwischen uns, das vermutlich immer im Verborgenen bleiben wird. Und den Grund kennst wohl nur du, denn ich habe bis heute vieles nicht verstanden, was zwischen uns vorgefallen ist.
Hätte ich wissen müssen, dass die Freundschaft zu dir nicht leicht ist? Schließlich hat auch unsere nicht gut angefangen, im Gegenteil, ohne Theo wärst du sicher die von mir meistgehasste Person gewesen. Ständig haben wir uns angekeift und gestritten, nur vor Natalie, ihr zu liebe, haben wir uns zusammengerissen. Denn das war wohl das einzige Verbindungsglied zwischen uns, wir hatten beide in Natalie eine gute Freundin, auf die wir nicht verzichten konnten.
Aber ein gutes halbes Jahr, bevor mir das Gleiche nochmal mit Theo passierte, ereignete sich etwas zwischen uns, das dafür sorgte, dass wir bei der anderen eine gute Freundin fanden: Wir mussten uns länger als nötig ertragen, weil wir nebeneinander gesetzt wurden. Weißt du, was ich mich manchmal frage? Ob unsere Klassenlehrerin sich damals etwas dabei gedacht hat? Denn egal neben wen sie mich gesetzt hat, ich kann heute sagen, dass ich die Person danach mehr mochte, besser mit ihr klarkam. Mensch, dank ihr hatte ich eine beste Freundin in dir gefunden und einen guten in Theo. Das kann doch kein Zufall gewesen sein!
Und Esther, du warst wirklich eine unglaubliche beste Freundin für mich, denn jemanden wie dich trifft man wohl nur einmal im Leben. All die verrückten Dinge die wir gemacht haben, sind mir bis heute in Erinnerung geblieben und zaubern mir ein nostalgisches Lächeln aufs Gesicht. Natürlich werde ich niemals unsere legendäre Nacht in der Dusche vergessen, aber auch die kleinen Dinge werden mir immer in Erinnerung bleiben; wie unser barfüßiger Tanz auf dem Schulhof im strömenden Regen, obwohl wir genau wussten, dass das keine gute Idee war. Aber das machte sie zur guten Idee. Ich werde sicherlich für immer all die Lacher mit dir in meinem Herzen behalten. Und ich werde dir nie vergessen, wie oft du zu mir gestanden hast und wie oft du mich verstanden hast, als ich dachte, das würde keiner. Du warst wirklich eine wunderbare beste Freundin, die ich manchmal noch vermisse.
Deswegen verstehe ich umso weniger, was damals nach dem Umzug vorgefallen ist. Warum warst du auf einmal so sauer und hast den Kontakt abgebrochen? Ich werde sicherlich auch nie den Schmerz vergessen, den ich damals gespürt habe. Und vielleicht ist es auch an der Zeit, dass ich mich entschuldige, denn nachdem wir uns eigentlich wieder vertragen hatten und du mit Julian zusammenkamst, war ich sicherlich selbst nicht eine gute Freundin. Und das tut mir leid. Ich weiß nicht, wer mehr Schuld daran trägt, dass unsere Freundschaft ein weiteres Mal zerbrochen ist, aber wir haben beide dazu beigetragen und mein Teil daran ist ohne Zweifel nicht gerade klein. Vielleicht war unsere Freundschaft einfach nicht dafür gemacht, lange zu halten.

Valerie

Donnerstag, 15. September 2016

#72

Ist das dahinten wirklich Max? Doch. Ja. Er ist es. Ungläubig renne ich auf ihn zu, kann kaum fassen, dass er da wirklich steht. Er sieht mich und kommt mir entgegen, den gleichen Blick im Gesicht. Wir fallen uns in die Arme. "Mein Gott, was machst du denn hier?!", frage ich ihn, doch er grinst nur schief. Dann wird mir klar, dass er nicht bleiben wird und traurig sehe ich ihn an. Er erwidert den Blick und wir gehen ein Stück. Und reden. Reden, reden, reden. Am liebsten würde ich nie wieder damit aufhören, weil es so gut tut und so lange her ist, viel zu lange her. Aber irgendwann müssen wir aufhören und er fährt sich mit der Hand durch seine braunen Haare, die sich kaum verändert haben; lächelt mich traurig an. Ich schmeiße mich in seine Arme und umarme ihn fest. "Du bist mein bester Freund, Max", flüstere ich. "Bitte versprich mir, dass wir es diesmal schaffen."
"Ich liebe dich." Mein Körper erstarrt und ich löse mich von ihm. "...was?" Soll ich ihm von Paul erzählen?
"Tut mir leid, ich...das ist mir so rausgerutscht. Vergiss es einfach. Du bist meine beste Freundin. Okay?"
Mein Blick ist unsicher, aber dann merken wir beide, dass er  gleich los muss und umarmen uns nochmal. Er drückt mich so fest, dass ich das Gefühl habe, gleich zu ersticken. Ich fange an zu weinen. "Ich werde dich vermissen."
"Ich dich auch. Aber diesmal wird es anders." Ich hoffe es. 

Als ich meine Augen öffne, kann ich kaum fassen, dass ich gerade aus einem Traum aufgewacht bin. Und obwohl er so unlogisch und unrealistisch ist, war ich noch nie trauriger, dass nicht wenigstens Teile davon Realität sind.

Dienstag, 13. September 2016

Briefe, die ich nie geschrieben habe. #1

Lieber Theo,
ich hatte nie die Gelegenheit, dir das zu sagen, und ich weiß nicht, ob du das je gewusst hast, aber ich hätte dich gerne wissen lassen, dass du mir als Freund sehr wichtig geworden bist. Es ist unglaublich, das von mir zu hören, und ich weiß bis heute nicht, wie viel ich dir bedeutet habe, aber ich hoffe, dass ich dir eine so gute Freundin war wie du mir ein guter Freund gewesen bist.
Bis heute finde ich es schwer vorstellbar, dass wir uns mal aus tiefstem Herzen gehasst haben, denn mit den Jahren waren wir doch so gute Freunde geworden. Ich markiere den Wendetag immer gern an dem Schultag in der 7. Klasse, damals, als unsere Klassenlehrerin sich dafür entschieden hat, uns nebeneinander zu setzen. Erinnerst du dich noch daran? Es gab für uns keinen in der Klasse, den wir weniger neben uns haben wollten, und wir waren sicher die letzten, die geglaubt hätten, dass daraus eine Freundschaft entstehen konnte. Und doch ist es so gekommen, denn irgendwie haben wir uns wohl aneinander gewöhnt und irgendwie haben wir wohl erkannt, dass wir uns ähnlicher sind als gedacht.
Und Theo, ich bin sehr froh darum, dass wir damals in der 7. Klasse nebeneinander gesetzt wurden, denn obwohl ich dich gute zwei Schuljahre lang gehasst habe, umso mehr mochte ich dich die darauffolgenden zwei Jahre. Es ist schade, dass wir nicht länger befreundet sein konnten, aber irgendwie gehört diese Entwicklung zu uns. Mir fehlen unsere Busfahrten manchmal immer noch, denn du bist sicher einer meiner liebsten Gesprächspartner gewesen und in deiner Gegenwart zu lachen fiel mir immer leicht. Und nie werde ich vergessen, dass du und Kevin daran Schuld tragt, dass ich in der Mathe-AG gelandet bin. Obwohl ich ja wirklich froh darüber war nach den ersten paar Treffen, denn nicht nur mit euch war es schön und immer lustig, sondern die AG an sich hat auch viel Spaß gemacht. Überhaupt fand ich es schön, dass wir drei so viele gemeinsame AGs besucht haben, denn all die Mittagspausen und Nachmittage im Chemielabor, im Musikraum und im Matheraum haben uns nur näher zueinander gebracht. Und das weiß ich bis heute sehr zu schätzen, denn es war eine wirklich schöne Erfahrung, dich kennenzulernen und als Freund schätzen zu lernen.
Ich hätte dir gerne das und noch viel mehr gesagt, aber leider hat sich das nie ergeben, was ich heute sehr bedaure. Ich bedaure es genauso sehr, dass wir nie den Kontakt halten konnten, aber ich schätze, manche Freundschaften sind nicht für die Distanz gemacht und unsere gehörte wohl leider Gottes dazu. Vielleicht treffen wir uns ja eines Tages nochmal wieder und können dann für einen Nachmittag so tun, als wären wir wieder die Freunde von damals und als hätte sich nie etwas geändert.

Valerie

Dienstag, 30. August 2016

#71

"Kann ich dich mal was fragen?" Ich schaue Esther direkt ins Gesicht und sie sieht mich fragend an. "Klar, was ist denn?" Für diesen Moment musste ich meinen ganzen Mut zusammennehmen, aber jetzt habe ich ihn und deswegen kommt mir die Frage leichter über die Lippen, als ich selbst erwartet habe.
"Damals, als wir...nicht miteinander geredet haben. Als du...die Freundschaft beendet hast", setze ich an, doch ich bekomme als Reaktion nur eine verwirrte Miene. "Naja, wo wir noch geskypet hatten und das dann nicht mehr getan haben", füge ich hinzu.
"Du, ich glaub in der Zeit hatte ich generell kaum Zeit für sowas", meint sie dann abwehrend.
"Nein, aber darum geht's ja gar nicht. Ich meine, du warst sauer auf mich und du hast gesagt...du hast gesagt, du hast dir in unserer Freundschaft genug gefallen lassen und dann die Freundschaft beendet", werfe ich dann ein, doch sie schaut mich nur irritierter an.
"Ich kann mich echt nicht daran erinnern, sorry", meint sie dann und ich weiß für einen Moment nicht, was ich tun soll. All die Jahre hat es immer etwas an mir genagt, dass sie mich einfach sitzen gelassen hat und selbst als sie sich entschuldigt hatte, wollte sie mir den Grund ja immer noch nicht sagen, weil es ihr zu unangenehm war und ich hab gesagt, das wäre okay, aber das war es nicht. Das ist fast wie wenn man betrogen wird - man fragt sich einfach immer im Hinterkopf, was los gewesen ist, was der Grund war und hofft, eines Tages die Antwort zu finden. Nur scheint mir das jetzt wohl nicht gegönnt zu sein und weil es der letzte Tag ist und sie in ein paar Stunden abfahren und es mir sowieso sinnlos erscheint, setze ich ein Lächeln auf und lache.
"Na danke, also werde ich den Grund dafür nie erfahren?"
"Scheint mir so", erwidert sie und grinst verlegen und ich erwidere es, um danach das Thema zu wechseln, weil es ja doch nichts bringt, auf diesem weiter nachzuhaken.

Mittwoch, 24. August 2016

#70

"Ich glaube, meine Ex hat immer noch meinen Gameboy", meint Nico dann nachdenklich und ich ziehe eine Augenbraue hoch, während ich ihn ungläubig ansehe. Wir sitzen mit meinen Freunden am Rhein, weil heute unsere Geburtstagsfeier ist - Pauls, Julians, Joels und meine.
"Nicht wirklich, oder? Und ich dachte, sie ist nett."
"Ja, das hab ich auch gedacht", entgegnet er schnaubend mit einem halben Lachen.
"Das ist ja echt blöd", meine ich dann und Bedauern streift mein Gesicht. "Na dann ist ja gut, dass du sie losgewo-...wer von euch hat nochmal Schluss gemacht?" Nachdenklich runzle ich die Stirn, aber es will mir partout nicht einfallen, dabei habe ich doch eigentlich alles mitbekommen damals. Ich erinnere mich noch daran, wie er mich nach der Trennung nach einem Date gefragt hat, nicht zuletzt weil ich die letzten zwei Tage meine Zeit damit verbracht habe, meinen alten Blog und meinen aktuellen einmal komplett durchzulesen.
"Naja, so richtig keiner. Weißt du das echt nicht? Warte, haben wir da überhaupt geredet?"
Mein Blick gleitet von ihm weg und ich sehe nach vorne. Ich kann ihm dabei einfach nicht in die Augen sehen, weil ich nicht wissen möchte, was das für eine Reaktion bei ihm auslöst. Nachdem ich zwei Tage damit verbracht habe, mich durch die Gefühlswelt meines früheren Ichs zu wühlen, ist es bei mir nachhallender Schmerz, weil mir beim Lesen wieder bewusst geworden ist, wie weh es mir damals getan hat. Es tut nur an der Oberfläche weh, aber tief in mir drinnen spüre ich auch immer noch die Erinnerung daran, dabei ist es schon so viele Jahre her. Und wie damals möchte ich nicht wissen, wie das für ihn war. Am liebsten möchte ich nie wieder daran denken und das aus etlichen Gründen. Und ich will wirklich nicht wissen, wieso er das damals getan hat. Ich will nicht hören, wie er so kalt gewesen sein konnte. Wie er mir so wehtun konnte. Wie ich ihm so gleichgültig sein konnte.
"Nein, wir haben viel früher nicht geredet."

Freitag, 19. August 2016

#69

Ich schlendere allein durch die Stadt. Heute morgen sind wir von Mallorca zurückgekommen, aber weil meine Brille einen leichten Schaden hat und ich noch Pauls Geburtstagsgeschenk vervollständigen muss, bin ich dann mittags los, um alles zu erledigen. Gerade stehe ich einfach so im Claires, ein Laden mit lauter Mädchenkrimskrams. Armbänder, Haarreifen, Haargummis...und Ketten. Mein Auge fällt auf die Ketten, die im Zweierpack verkauft werden. In allen möglichen Variationen sind es zweigeteilte Herzen mit der Aufschrift "best friends", deren Hälften je an einer Kette hängen und die man nicht nur aneinander halten kann, sondern die auch noch durch einen Magneten dann zusammengehalten werden. Ohne ersichtlichen Grund beäuge ich jede dieser Ketten und betrachte sie, füge sie zu einem ganzen Herzen zusammen, bis mir plötzlich etwas Ungewöhnliches in die Hände fällt.
Wieder ein Herz, wieder die Aufschrift "best friends", aber diesmal nicht zwei, sondern tatsächlich drei Teile. Links und rechts ist kleiner als die anderen, dafür gibt es eben dieses Mittelteil des Herzens, das ebenfalls extra an einer Kette hängt. Ich betrachte die Teile und füge sie zusammen, weiß gar nicht wieso ich die ganze Zeit darauf starre, aber es kommt auf einmal eine Trauer in mir hoch, die ich mir nicht erklären kann.
Die hätten wir früher benutzen können, muss ich dann plötzlich denken. Abgesehen davon, dass weder Natalie noch Esther oder ich sowas Kitschiges getragen hätten. Aber es ist das erste Mal, dass ich so eine Kette sehe und es macht mich traurig, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sie mir theoretisch hätte nützlich werden können. Weil nichts mehr so ist wie es mal war und ich weiß, dass es nie wieder so sein wird. Ich führe kaum eine wirkliche Freundschaft zu Natalie oder Esther, dabei sind die beiden wirklich einmal meine besten Freundinnen gewesen, mit denen ich alles hatte teilen können. Diesen Mittwoch kommen sie mich besuchen und bleiben bis Freitag. Erst im Mai haben wir uns gesehen, als ich in der Heimat war, einen Nachmittag lang mit anderen alten Freunden. Da ist mir klar geworden, wie sehr sich alles verändert hat, obwohl ich es ja gewusst hatte. Aber es ist etwas ganz anderes, sich anzuhören was alles anders ist. Dass eigentlich fast nichts mehr so ist, wie es mal war und zu realisieren, dass man nichts davon mitbekommen hat. Das Leben der anderen ist weitergegangen, so wie meins einfach stetig vorangeschritten ist, weil es ohne die anderen ging. So wie es ohne mich ging. So richtig zusammenpassen wollten wir auch nicht mehr, obwohl etwas von der alten Freundschaft, die mich einst mit ihnen verbunden hatte, zu spüren war. Nur dass sie eben nicht mehr zu uns gehörte und alles anders war und nie wieder so sein würde, wie es mal gewesen war.

Donnerstag, 16. Juni 2016

#68

"Naja, wir haben jetzt beschlossen, beste Freunde zu sein. Beste Freunde verbringen gerne mehr Zeit miteinander als mit normalen Freunden, aber man ist eben nur befreundet", erklärt Maike mir ihre komplizierte Situation mit Julian, während wir telefonieren. Ich runzle die Stirn, dunkle Erinnerungen treten in mein Bewusstsein und ich nehme ihr das Versprechen ab, auf sich aufzupassen.
"Er hat mir sogar das hier geschrieben: 'Wir waren schon immer beste Freunde, oder?'" Mein Herz setzt einen Moment aus und ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken, obwohl ich auf ihm liege und mein Bett eigentlich recht warm ist. "Wie...meint er das?", frage ich, bemüht um eine normale Stimme.
"Seit wir befreundet sind, schätze ich", erklärt sie mir. Und das wäre schon seit vielen Jahren.

Als später das Gespräch beendet ist, starre ich an die Wand und ich fühle eine kalte Wut in mir, die meinen ganzen Körper füllt. Maike und er sollen also schon immer beste Freunde gewesen sein? Und was ist bitte mit ihm und mir? Er hat mir eineinhalb Jahre lang wirklich etwas als Freund bedeutet. Aber anscheinend waren diese eineinhalb Jahre Freundschaft doch nichts für ihn. Kein Wunder, dass sie geendet hat. Dann kann ich ja jetzt noch froher sein, ihn losgeworden zu sein.

Mittwoch, 11. Mai 2016

#67.1

"Hallo?"
"Ja, hallo, hier ist Valerie. Kann ich mit Kevin sprechen?" Es ist seltsam, ihn mit diesem Namen zu nennen, aber so ist nun mal sein erster Vorname und es würde wohl nur zu unnnötigen Komplikationen führen, wenn ich mit meinem Spitznamen für ihn nach ihm frage.
"Ja, Moment."
Ich warte also für einen Augenblick und vernehme dann sein verwirrtes "Halloo?".
"Hey, Maxi", begrüße ich ihn dann lächelnd und bei seinen nächsten Worten kann ich mir sein Gesicht nur zu gut vorstellen. "Ach, Teddy, du bist's. Nicht Melanie." Seine Mutter muss mich wohl falsch verstanden haben und ich lache. Ich mag die Vertrautheit zwischen uns, die allein durch die Spitznamen für den anderen besteht. Man muss nicht einmal die Stimme des Anderen erkennen - keiner auf dieser Welt nennt ihn Maxi außer mir und niemand nennt mich Teddy außer ihm. Wir waren nie die engsten Freunde, die sich jeden Tag treffen und alles erzählen...aber wir waren gute Freunde, die immer aufeinander zählen konnten und obwohl wir uns kaum noch sprechen, ist diese Freundschaft immer zwischen uns geblieben.

Dienstag, 10. Mai 2016

#67

Mit klopfendem Herzen starre ich das Telefon an. Es hämmert gegen meine Brust und ich weiß nicht, ob ich das wirklich tun soll. Es ist nicht der erste Anruf, den ich heute tätige - Natalie, Lisa, Desiree, Theo, Maxi...es ist eine Ewigkeit her, dass ich diese Nummern eingetippt habe. Manche habe ich sogar noch nie eingegeben. Ist es nicht seltsam, dass es mir gar nicht fremd vorkam? Es war so schön, ihre Stimmen wieder zu hören. Komisch war es nur, von ihren Leben zu hören und zu wissen, dass  ich es nicht miterlebt habe. Schließlich war es lang genug so, dass ich dazu beigetragen habe, oder? Aber jetzt ist es nicht mehr so. Seit fast vier Jahren hat sich dieser Zustand geändert und trotzdem war es seltsam, mir anzuhören was sie erlebt haben. Natürlich haben wir nicht lang geredet - schließlich sehe ich sie alle diesen Samstag wieder. Fast muss ich lachen, weil ich gar nicht daran geglaubt habe, dass sie mich sehen wollen. Sind wir nicht mittlerweile Fremde? Alte Freunde leben sich schließlich auseinander, oder? Aber sie schienen mich genauso gern sehen zu wollen wie ich sie. Bis Samstag, habe ich jedes Mal am Ende gesagt. Es ist solange her, dass ich solch eine Floskel ihnen gegenüber benutzen konnte. Ist das überhaupt real?
Aber der nächste Anruf hat eine ganz andere Schwierigkeit. Will ich Esther wirklich sehen? Kleinlaut habe ich Natalie am Telefon gefragt, ob sie meint, dass Esther wohl gut auf mich anzusprechen wäre. Natürlich bin ich diejenige, die sauer gewesen ist, weil ich von ihr links liegen gelassen wurde...aber genauso war ich diejenige, die einfach den Kontakt abgebrochen hat. Wir sind beide schuld, dass unser Neuanfang nicht geklappt hat - obwohl ich in meinem egozentrischen Denken eindeutig ihr die größere gebe.

Trotzdem sitze ich hier auf meinem Bett und spiele die Möglichkeiten durch. Ich bin einfach unverbesserlich. Wieso hänge ich immer so an der Vergangenheit? Das letzte Mal als ich beschlossen hatte, trotz Zweifel eine Chance zu vergeben, bin ich versetzt worden, weil sie einen Freund hatte. Der mein bester Freund war. Jetzt habe ich weder eine beste Freundin noch einen besten Freund - obwohl ich über die Tatsache an sich nicht so traurig bin. Ich brauche das nicht.
Aber es ist ja nur ein Treffen, oder? Und ich würde sie genauso gern wiedersehen wie die anderen. Ich tippe ihre Nummer ein und warte, während es in meiner Brust unermüdlich klopft und klopft und klopft.
"Hallo?" Es ist ihre Mutter. Ich nenne meinen Namen und frage nach ihr, aber sie ist unter der Dusche, also muss ich danach ihren Rückruf abwarten. Schließlich klingelt es und ich nehme mit meinem Namen ab. "Hey!" Ihre Stimme klingt aufgeregt und total glücklich, worüber ich ein wenig verwundert bin. Aber wir reden kurz und es ist alles normal, wie bei den anderen. Vielleicht sogar ein wenig vertrauter. Schließlich frage ich sie genauso, ob sie am Samstag kommen möchte und sie sagt zu.

Und ich kann noch immer nicht fassen, dass ich nach vier Jahren an den Ort zurückkehren werde, der für mich am ehesten das ist, was mein Heimat nennt.

Sonntag, 20. März 2016

#66

Ich stehe im Foyer unseres Schulgebäudes, die Hälfte meiner Stufe steht vor der Schule, ich kann sie von hier aus durch die Glastüren sehen. Durch die Glastüren, durch die wir alle die letzten Jahre regelmäßig durchgelaufen sind. Die andere Hälfte steht verteilt auf dem Schulhof zu meiner linken und um mich herum. Auf den Schulhof wurden wir bis zur 10. Klasse immer hinaus gescheucht, aber es hat uns nicht daran gehindert, uns auf die Treppe im Flur neben der Eingangstür zu setzen.
Die Treppe zu der wir uns jetzt bewegen - ein allerletztes Mal. Ein allerletztes Mal setzen wir uns hin, als Gruppe, auf unseren Stammplatz, den wir seit Jahren belegen. Sabine macht ein Foto von uns, sie kommt gleich mit zu unserer Feier, weil sie irgendwie mittlerweile dazu gehört, obwohl sie anfangs nur Maikes Nachbarin war. "Wenn wir in 20 Jahren das anschauen, werden wir bei dem Bild lächeln und sagen 'Das. Das war die Treppengang.' und unsere Kinder werden die Augen verdrehen und es uncool finden...aber das hier ist unsere coole Clique", meint Annika dann und grinst und entlockt mir damit auch eins, obwohl ich mich seltsam fühle. Wie auf der Schwelle zwischen Trauer und Glückseligkeit. Zwischen Nostalgie und Vorfreude.

Die anderen verlassen das Gebäude, aber ich muss mich noch einmal umdrehen und betrachte die Eingangshalle. Plötzlich schießen Erinnerungen aus meiner alten Schule in mir hoch und es ist, als würde ich beides nebeneinander sehen. Nur mit viel Mühe kann ich die Tränen zurückhalten, die auf einmal aus meinen Augen treten wollen und ich versuche, die Erinnerungen wieder beiseite zu schieben. Ich habe die Hälfte meiner gymnasialen Schulzeit in einer völlig anderen Schule verbracht, aber die letzten vier Jahre haben mich deswegen nicht weniger geprägt. Und irgendwie glaube ich, dass mich die Jahre hier an dieser Schule glücklicher gemacht haben als meine Zeit damals an meiner alten Schule.
Ich folge den anderen durch die Menge, die meine Mitschüler vor der Schule gebildet haben, aber ich kann nicht aufhören nach hinten zu sehen und das Gebäude anzuschauen, das ich die letzten vier Jahre regelmäßig betreten habe. Ich hebe meine Hand und winke den Leuten, rufe ein lautes "Tschüss!" und ein leichtes Lächeln umspielt meine Lippen, während ich mich rückwärts gehend von der Schule entferne. Von meinen Mitschülern. Von den Leuten, die ich die letzten vier Jahre ständig um mich hatte. "Ich dachte immer...ich dachte immer, ich wäre froh, wenn dieser Tag kommt und ich diese Stufe endlich los bin", sage ich dann laut. Ob man mir die Tränen anhört, die ich gerade zurückhalte? Mir ist, als klänge meine Stimme wie kurz vorm Ersticken, wie kurz vorm Weinen. Und ich bin nicht froh, dass das alles vorbei ist...nicht richtig jedenfalls. Der Geschmack der Trauer hat sich dazu gemischt und ist zu stark dafür. Das war es also?

Freitag, 29. Januar 2016

#65

Grinsend betrete ich eine der Umkleidekabinen, während Lilith und Maike die neben mir beziehen. Nach der Schule bin ich spontan mit den beiden - und Julian, Joel und Danny - noch mit in die Stadt gekommen, weil ursprünglich Lilith ihren Kleiderschrank füllen wollte.
Aber es liegt wohl doch irgendwie in den Genen eines jeden Mädchens, beim Shoppen nicht leer auszugehen. Oder zumindest zig Sachen anzuprobieren.
Als ich aus der Kabine trete, habe ich ein türkises T-Shirt an mit der Aufschrift "I woke up like this #nofilter", welches wir ziemlich witzig fanden. Maike hat sich das gleiche T-Shirt in weiß geholt und wir stehen kichernd nebeneinander vor dem Spiegel. "Ich finde, so können wir uns sehen lassen, oder Partnerin?", lache ich und stoße sie sanft in die Seite und sie nickt, grinst mich an.

Später treten wir zu dritt aus der Kabine und haben - tatsächlich ohne Absprache - das andere T-Shirt an, das wir drei gemeinsam ausgesucht haben. Meins ist blau, Maikes weiß und Liliths schwarz. "Dream. Believe. Achieve." steht drauf und wir stellen uns vor den Spiegel, posieren und grinsen über unseren Triolook. Ich hatte ganz vergessen, wie schön es sein kann, mit Freunden ein wenig durch die Stadt zu bummeln und irgendwie komme ich nicht um den Gedanken, dass das alles bald vorbei sein wird und die Zeit ziemlich vermissen werde.

Donnerstag, 21. Januar 2016

#64

"Wir haben dich heute übrigens in Englisch gefunden", erzählt Paul gerade Julian und ich grinse. Er meint den Romeo aus der Verfilmung mit Leonardo DiCaprio; es ist allerdings eher neckend gemeint, weil er auf die Tatsache anspielt, dass sich Romeo, da seine letzte Geliebte ihn nicht wollte, plötzlich direkt neu verliebt - eben in Juliet. Fragend sieht Julian Paul an, der dann erklärt, dass wir diesen Film gesehen haben.
"Ich war sogar mal Romeo", erzählt er dann und Paul gluckst. "Für wen? Josi?" Bei seinen Worten muss ich anfangen zu lachen und Julian sieht mich verwirrt an. "Warum lachst du?"
"Keine Ahnung, niemand lacht über meine Witze außer sie. Aber ich sehe es als Indikator dafür, dass sie die Richtige ist", meint Paul dann und ich lächle breit. Ich hoffe es doch.

Sonntag, 10. Januar 2016

#63

Ich schlendere durch den Supermarkt und sehe mich dabei in den Regalen um. Meine Eltern sind schon vorgegangen, aber anders als früher, als ich noch klein war, rufen sie mich nicht alle 2 Sekunden, damit ich hinterher komme. Jetzt halten sie mich wohl für alt genug, um mitzuhalten und so bleibe ich auch zwischendurch stehen, um mir bestimmte Sachen genauer anzusehen.
Es ist ein Kaufland. Ziemlich lang her, dass ich in einem Supermarkt dieser Kette war. Wirklich schon dreieinhalb Jahre? Vielleicht war ich ja doch seit meinem Umzug wieder da, aber erinnern kann ich mich nicht daran. Es fühlt sich wie eine Ewigkeit an.
Ich lande in der Süßigkeitenabteilung. Abgesehen davon, dass die Regale an einem anderen Platz stehen und vertikal zur Kasse sind statt horizontal, sind sie gleich aufgebaut wie der Kaufland, in dem ich früher fast täglich war. Der neben meiner alten Schule. Wir sind immer alle in der Mittagspause hingegangen, um uns unser Mittagessen zu kaufen. Klar, dass da meistens was zum Naschen noch mitgegangen ist. Selten fünfmal das Gleiche, eher fünf verschiedene Sachen, die man dann miteinander teilen konnte.
Plötzlich fällt mein Blick auf Gummiwürmer und das erwischt mich doch kalt. Ich bleibe stehen und starre diese Packung an. Eine Zeit lang waren die total beliebt bei uns in der Stufe. Jeder dritte hat sich die gekauft, es muss in der 6. Klasse gewesen sein. Ich hab mir auch mal so eine Packung gekauft, weil die echt lecker waren. Die Phase ging auch bald vorüber. Mir fällt auf, dass ich diese Gummiwürmer nie woanders gesehen habe als in einem Kaufland.
Mich überkommt der Drang, mir diese Packung zu nehmen und meine Eltern zu überreden, sie mir zu kaufen.
Ich vermisse die alten Zeiten.
Ein wenig verspüre ich den Wunsch, noch einmal zurückzukönnen. Für einen normalen Tag von damals.
Aber die Vergangenheit sollte man ruhen lassen. Ich lasse die Packung im Regal.
Vermutlich würden mir die Gummiwürmer heute gar nicht mehr schmecken. In Erinnerungen wirkt doch immer alles besser, als es war.