Lieber Theo,
ich hatte nie die Gelegenheit, dir das zu sagen, und ich weiß nicht, ob du das je gewusst hast, aber ich hätte dich gerne wissen lassen, dass du mir als Freund sehr wichtig geworden bist. Es ist unglaublich, das von mir zu hören, und ich weiß bis heute nicht, wie viel ich dir bedeutet habe, aber ich hoffe, dass ich dir eine so gute Freundin war wie du mir ein guter Freund gewesen bist.
Bis heute finde ich es schwer vorstellbar, dass wir uns mal aus tiefstem Herzen gehasst haben, denn mit den Jahren waren wir doch so gute Freunde geworden. Ich markiere den Wendetag immer gern an dem Schultag in der 7. Klasse, damals, als unsere Klassenlehrerin sich dafür entschieden hat, uns nebeneinander zu setzen. Erinnerst du dich noch daran? Es gab für uns keinen in der Klasse, den wir weniger neben uns haben wollten, und wir waren sicher die letzten, die geglaubt hätten, dass daraus eine Freundschaft entstehen konnte. Und doch ist es so gekommen, denn irgendwie haben wir uns wohl aneinander gewöhnt und irgendwie haben wir wohl erkannt, dass wir uns ähnlicher sind als gedacht.
Und Theo, ich bin sehr froh darum, dass wir damals in der 7. Klasse nebeneinander gesetzt wurden, denn obwohl ich dich gute zwei Schuljahre lang gehasst habe, umso mehr mochte ich dich die darauffolgenden zwei Jahre. Es ist schade, dass wir nicht länger befreundet sein konnten, aber irgendwie gehört diese Entwicklung zu uns. Mir fehlen unsere Busfahrten manchmal immer noch, denn du bist sicher einer meiner liebsten Gesprächspartner gewesen und in deiner Gegenwart zu lachen fiel mir immer leicht. Und nie werde ich vergessen, dass du und Kevin daran Schuld tragt, dass ich in der Mathe-AG gelandet bin. Obwohl ich ja wirklich froh darüber war nach den ersten paar Treffen, denn nicht nur mit euch war es schön und immer lustig, sondern die AG an sich hat auch viel Spaß gemacht. Überhaupt fand ich es schön, dass wir drei so viele gemeinsame AGs besucht haben, denn all die Mittagspausen und Nachmittage im Chemielabor, im Musikraum und im Matheraum haben uns nur näher zueinander gebracht. Und das weiß ich bis heute sehr zu schätzen, denn es war eine wirklich schöne Erfahrung, dich kennenzulernen und als Freund schätzen zu lernen.
Ich hätte dir gerne das und noch viel mehr gesagt, aber leider hat sich das nie ergeben, was ich heute sehr bedaure. Ich bedaure es genauso sehr, dass wir nie den Kontakt halten konnten, aber ich schätze, manche Freundschaften sind nicht für die Distanz gemacht und unsere gehörte wohl leider Gottes dazu. Vielleicht treffen wir uns ja eines Tages nochmal wieder und können dann für einen Nachmittag so tun, als wären wir wieder die Freunde von damals und als hätte sich nie etwas geändert.
Valerie
ich liebe das Format! Gerne mehr davon :))
AntwortenLöschenIch kann Liesl nur zustimmen. :)
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