Seiten

Donnerstag, 15. September 2016

#72

Ist das dahinten wirklich Max? Doch. Ja. Er ist es. Ungläubig renne ich auf ihn zu, kann kaum fassen, dass er da wirklich steht. Er sieht mich und kommt mir entgegen, den gleichen Blick im Gesicht. Wir fallen uns in die Arme. "Mein Gott, was machst du denn hier?!", frage ich ihn, doch er grinst nur schief. Dann wird mir klar, dass er nicht bleiben wird und traurig sehe ich ihn an. Er erwidert den Blick und wir gehen ein Stück. Und reden. Reden, reden, reden. Am liebsten würde ich nie wieder damit aufhören, weil es so gut tut und so lange her ist, viel zu lange her. Aber irgendwann müssen wir aufhören und er fährt sich mit der Hand durch seine braunen Haare, die sich kaum verändert haben; lächelt mich traurig an. Ich schmeiße mich in seine Arme und umarme ihn fest. "Du bist mein bester Freund, Max", flüstere ich. "Bitte versprich mir, dass wir es diesmal schaffen."
"Ich liebe dich." Mein Körper erstarrt und ich löse mich von ihm. "...was?" Soll ich ihm von Paul erzählen?
"Tut mir leid, ich...das ist mir so rausgerutscht. Vergiss es einfach. Du bist meine beste Freundin. Okay?"
Mein Blick ist unsicher, aber dann merken wir beide, dass er  gleich los muss und umarmen uns nochmal. Er drückt mich so fest, dass ich das Gefühl habe, gleich zu ersticken. Ich fange an zu weinen. "Ich werde dich vermissen."
"Ich dich auch. Aber diesmal wird es anders." Ich hoffe es. 

Als ich meine Augen öffne, kann ich kaum fassen, dass ich gerade aus einem Traum aufgewacht bin. Und obwohl er so unlogisch und unrealistisch ist, war ich noch nie trauriger, dass nicht wenigstens Teile davon Realität sind.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen