Er erzählt, wie seine Familie keine Tischmanieren hat und ich muss lachen. Es ist so einfach in seiner Nähe zu lachen, ich weiß nicht einmal, wie er es macht, aber wenn wir reden, muss ich immer grinsen oder lachen. "Ich hab zu viele Haare", meint er. Ich fasse reflexartig direkt zu seinem Kopf und erwidere: "Find ich nicht." "Ich hab sie auch am Wochenende erst ausgedünnt." Ich runzle die Stirn und meine dann schließlich lächelnd zu ihm: "Du bist einer der wenigen Jungs, die nach einem Friseurbesuch immer noch gut aussehen.""Naja, ich hab auch nicht viel verändert", sagt er, aber ich meine eine Andeutung eines Lächelns zu erkennen.
"Hast du was am Wochenende vor?", frage ich ihn, als kurze Stille eintritt. Ich will, dass er weiterredet. "Hm gleich Querflöte, danach geh ich noch zu Tim. Und morgen geh ich trainieren." "Trainieren? Was trainierst du?", fragend lege ich meinen Kopf schief. "Fitnessstudio, mit Max. Ich glaub den kennst du aber nicht mehr..." Ich nicke, das stimmt. "Aber, also ich weiß sowas soll man auch nicht sagen, aber er geht mir auf die Nerven. Er will mich immer zum rauchen und saufen überreden..." "Ich hoffe, du gibst nicht nach", runzle ich die Stirn, eine Anspielung auf ein Gesprächsthema vorher, als er meinte, er hasse Rauch und würde niemals rauchen. "Naja, man muss dazu sagen, dass er schon 17 ist...hey, wie alt bist du eigentlich?" "16", meine ich grinsend, "ich bin genau ein Jahr älter als Joel."
Die Bahn hält und er muss aussteigen. "Tschüss", verabschiede ich ihn und umarme ihn. Er legt seine Arme um mich und verabschiedet sich ebenfalls, dann steigt er aus. "Hab ein schönes Wochenende!", sagt er noch bevor die Türen schließen, auf meinen Lippen bleibt ein seliges Lächeln zurück. Oh verdammt, verdammt, verdammt! Ich bin so hoffnungslos verloren.
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