Ich sitze im Biounterricht, während wir über die Bergmann'sche und Allen'sche Klimaregel sprechen. Nachdem wir diese schließlich korrekt formuliert haben, meine ich dann mehr zu mir als zu jemand anderem: "Ah gut, dann schreibe ich das mal direkt auf. Extra schön und verständlich für Esther."
"Ehh, wie unnötig, dass du das für Esther aufschreibst", kommentiert Olivia zwei Plätze neben mir in einem nachahmenden, kindlichen Ton. Sie spielt darauf an, dass ich sie letzte Woche darauf aufmerksam gemacht habe, dass ich Esther meine Hefteinträge von Bio ausleihen würde und sie nicht extra für sie mitschreiben müsste. Seitdem ist eine Woche vergangen und die ganze Woche war sie nicht gut auf mich anzusprechen. Wenn wir miteinander sprachen - was ich nach einigen Versuchen möglichst vermieden hatte -, hatte sie mich nur grundlos angegiftet oder war aus heiterem Himmel genervt, ohne dass ich etwas getan hätte.
Und dann platzt mir der Kragen.
"Weißt du, im Gegensatz zu dir bemühe ich mich immer und in jedem Unterricht und das für mich. Das beinhaltet auch, dass ich mein Heft ordentlich führe, wovon du wohl nichts verstehst", erwidere ich also patzig, weil ich genug davon habe, dass sie die beleidigte Leberwurst spielt. Und das auch noch wegen so einer Kleinigkeit und ohne Klartext zu sprechen. Nein, lieber nutzt sie Alltagssituationen, um mich ohne ersichtlichten Grund anzumotzen. "Und es ist verdammt kindisch von dir, wegen letzter Woche immer noch so beleidigt zu sein und mich eine Woche lang deswegen anzugiften." Daraufhin ist sie ruhig und wir sprechen den Rest des Tages nicht mehr miteinander. Besser so.
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