Langsam schlendere ich die Treppen der Stadtbibliothek herab. Es wird nun doch Zeit, mich auf den Weg nach Hause zu machen. Oder vielleicht doch ein kurzer Abstecher zum Mayersche? Während ich noch darüber nachdenke und weitergehe, wechselt das Lied und Teenage Dream von Katy Perry schallt durch meine Ohren. Für einen Moment muss ich stehen bleiben, weil mich die Erinnerungen, die ich mit diesem Lied verbinde, überwältigen. Es ist unglaublich, dass ich nach so vielen Jahren immer noch so eine starke Verknüpfung damit habe. Jedes Mal, wenn dieses Lied kommt, muss ich es überspringen, weil es mir so unangenehm ist, an damals zurückzudenken, dabei ist gar nicht so viel passiert. Und irgendwie halt doch und irgendwie war das das Problem.
Ich kann meinen Augen kaum trauen, als ich bemerke, dass er mit seinem Freund stehen bleibt und sie sogar kurz in meine Richtung schauen. Mein Herz schlägt schneller und ich bemühe mich, einen neutralen Gesichtsausdruck zu bewahren. Tatsächlich laufen sie los, als ich bei ihnen angekommen bin und er spricht mich an. Das Blut rauscht in meinen Ohren und ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Er spielt über sein Handy Musik ab und jetzt gerade fängt Teenage Dream von Katy Perry an. Seine Augen wandern zu mir, schauen mir direkt ins Gesicht und er legt seinen Kopf leicht schief, während er mich mit einem lockeren Grinsen ansieht. "Und was ist dein Teenage Dream?", fragt er mich. "Ähm, keine Ahnung", murmle ich völlig überfordert, vor allem weil ich fast "Na du" geantwortet hätte, was einfach nur endspeinlich geworden wäre, schließlich kennen wir uns kaum.
Ich schüttle den Kopf. Es ist eine so lächerliche Erinnerung und trotzdem ist sie so fest in meinem Gehirn verankert, obwohl das jetzt gut acht oder sieben Jahre her sein muss. Nur weil ich so in ihn verschossen war? Nur weil er mir so wehgetan hat? Nur weil er so ein verdammter Idiot war? Solche Song-Verknüpfungen habe ich wirklich nicht oft, musste ausgerechnet dieser Trottel es schaffen?
Nein, es mir nicht passiert. Wie die Überschrift sagt, sind das meine Ängste. Sicher nicht ganz unbegründet und dennoch nicht wahrscheinlich, dass sie Realität werden.
AntwortenLöschenHab jemanden zum reden, bzw. zumindest mehr oder weniger. Rede nicht so viel mit Menschen über alles was in meinem Kopf vorgeht.