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Donnerstag, 27. März 2014

#26

Ich schlendere alleine über unseren Schulhof. Es sind 12 Grad draußen, aber keiner meiner Freunde hatte Lust rauszugehen. Es sei ja viel zu kalt dafür. Kopfschüttelnd habe ich mich also alleine auf den Weg gemacht, weil ich es mag, wenn es angenehm kühl draußen ist und die Sonne scheint. Auch wenn es ein bisschen einsam ist. Ehrlich gesagt, das ist ein ziemlich untypisches Verhalten für mich. Freiwillig rausgehen zu wollen. Jedenfalls bisher. Aber irgendwie zieht es mich nach draußen. In letzter Zeit entwickle ich so viele alte Gewohnheiten von früher zurück, ich glaube, ich denke zu viel an früher. In meiner alten Schule war ich jede Pause draußen, egal welches Wetter war. Ich bin immer mit Esther ein paar Runden gelaufen. Raus, über den Schulhof den Berg runter, zum Haupteingang rein, Treppen hoch, wieder raus und nochmal alles von vorne. Dabei haben wir uns über alles Mögliche unterhalten. Über den Unterricht, über Hausaufgaben, über andere Leute. Wir haben uns Geschichten erzählt und manchmal, ja manchmal haben wir sogar über wirklich persönliche Sachen geredet. Und ich bin dabei so vielen Menschen aus jeder Stufe begegnet, die ich kannte, mit denen ich zum Teil sogar befreundet war.
Jetzt ist es anders. Es geht keiner mit mir raus und die Runde ist nicht so angenehm wie die meiner alten Schule. Der Schulhof ist großflächig und flach. Und ich kenne nicht mal meine eigene Stufe komplett, geschweige denn jemand aus anderen Klassen. Es hat sich so viel verändert.
Ich schaue um mich herum. Die meisten Schüler, die draußen sind, sind noch nicht in der Oberstufe. Auf dieser Schule dürfen Schüler der Unter- und Mittelstufe nicht in der Eingangshalle bleiben, sondern müssen auf den Pausenhof, sofern es nicht regnet. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum man dann in der Oberstufe nur noch drinnen bleiben will. Und so war das ja auch bis vor ein paar Wochen bei mir. Ich wollte nicht freiwillig rausgehen und jetzt gehe ich seit ein paar Tagen immer ein paar Runden alleine über den Schulhof. Es ist nicht das Gleiche. Und es bringt mich unwillkürlich dazu, noch mehr über früher nachzudenken. Früher war ich irgendwie offener, kontaktfreudiger. Ich kannte wirklich immer aus jeder Klassenstufe mindestens zwei, drei Personen, mit denen ich irgendwie näheren Kontakt hatte. Und meine Stufe kannte ich sowieso in- und auswendig. Esther und Natalie haben mich immer gefragt, ob ich eigentlich mit der ganzen Schule befreundet sei.
Ich unterdrücke einen Seufzer, als ich das Schulgebäude betrete und zurück zu den anderen gehe. Ich wünschte, ich könnte einen einzigen gewöhnlichen Alltag von früher wieder erleben. Ich vermisse es so.


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