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Mittwoch, 15. Februar 2017

Briefe, die ich nie geschrieben habe. #6

Liebes Paralleluniversum-Ich #1,
es gibt ein Haufen Paralleluniversen. Und in irgendeinem gibt es dich, das nie aus unserer Heimat gezogen ist. Und soll ich dir was sagen? Irgendwie beneide ich dich. Ich glaube, das kann keiner verstehen. Nicht du, nicht unser gemeinsames jüngeres Ich, kein anderes Paralleluniversum-Ich. Niemand. Nur diese Version, die dir gerade irgendwie schreibt.
Denn weißt du, ich liebe dieses Leben, das ich hier aufgebaut habe. Wirklich. Es waren nicht immer schöne Jahre und es gab eine ganze Menge Dinge, von denen ich mir wünschte, sie wären nie passiert oder anders, besser gelaufen. Die letzten viereinhalb Jahre waren bei Weitem nicht perfekt. Waren sie wirklich nicht. Aber ich bin trotzdem zufrieden damit, wie alles gelaufen ist, denn sie haben mich zu dem Punkt geführt, an dem ich jetzt bin und an diesem Punkt bin ich glücklich und ich hatte eine glückliche Zeit. Meistens. Auf jeden Fall ging es mir meistens gut und ich bin froh darüber, dass ich das alles erlebt habe.
Aber trotzdem gibt es da dieses Leben, das du führst und das ich nie führen werde, gar nicht führen kann. Und ich weiß, dass es existiert und nicht mir gehört und deswegen fühle ich mich beraubt, weil es mir ja auch irgendwie weggenommen wurde. Und deswegen bin ich so neidisch auf dich, denn du hast es. Du hast dieses Leben, auf das ich so neugierig bin und das ich so gerne mal sehen, ein wenig davon erleben würde. Ich würde niemals dieses hier dagegen eintauschen, aber ist es nicht verständlich, dass ich gern für einen Tag mal mitmachen würde? Erzähl mir, wie dein Leben die letzten sechs Jahre verlief, weil du nie erfahren musstest, dass du wegziehst. Erzähl mir alles, was du erlebt hast und welche Menschen du kennengelernt hast. Erzähl mir, wie es ist, so lange Freundschaften noch länger zu machen und erzähl mir, wie intensiv Freundschaften werden, wenn man so viele Geschichten miteinander teilt, weil man sich so lange kennt. Erzähl mir, zu was für einem Menschen man wird, wenn man an einem Ort aufwächst, den man seit der Grundschule kennt. Erzähl mir, wie es ist, in seiner Heimat erwachsen zu werden.
Du wirst dich nie fragen, was für ein Leben ich führe, weil dir gar nicht in den Sinn kommt, dass es mich gibt. Irgendwie ist das auch beneidenswert, denn wenn ich zu viel nachdenke, dann kommst immer du mir in den Sinn. Und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gerne ich dich kennenlernen würde.

Valerie

4 Kommentare:

  1. Wow, was für ein toller Post!
    Ich hoffe, es kommen noch mehr Briefe fürs Paralleluniversum-Ich.:)
    Dein Text hat mich zum Nachdenken erregt, weil ich früher oder später auch aus meiner Heimart ausziehen werde... und ich über die Aspekte, die du wissen möchtest, gar nicht nachgedacht habe...

    Liebe Grüße :)

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  2. Hallo :)
    Ich möchte gerne aus meiner Heimat wegziehen. Zu einem weil ich in einer anderen Stadt studiere und zum anderen weil ich gerne an andren Orten bin :)

    Warum bist du den immer so oft umgezogen, wenn ich fragen darf? ^^
    Und war es schwierig für dich dann neue Freunde zu finden und sich in der Umgebung zurecht zu finden? :)

    Liebe Grüße :)

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  3. Ich studiere seit Oktober Wirtschaftspädagogik.
    Dass du fünf mal umgezogen bist, finde ich echt viel, aber dann hast du bestimmt viele Leute kennengelernt :)
    Hast du mal vor später wieder in deine Heimat zurückzuziehen?

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  4. Mein Studiengang fokussiert sich in erster Linie auf Lehramt an berufsbildenden Schulen oder Wirtschaftsgymnasien. Jedoch kann mann auch im betriebswirtschaftlichen Bereich eine Ausbildung machen :)

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