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Dienstag, 2. Januar 2018

#96

"Und, gibt es was bei dir zu erzählen?", fragt Freschta und ich bin froh, dass wir am Telefon sind, denn für einen Moment wirft mich die Frage aus der Bahn. Ein "Wie geht's dir?" kann ich noch gut als Floskel wahrnehmen und locker darauf antworten, abgesehen davon dass mich das sowieso kaum einer fragt. Das Zögern ist vermutlich nicht lang, aber es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, während mir in diesen kleinen, kurzen Sekunden tausend Gedanken durch den Kopf schießen, was ich antworten könnte. Und wie es was zu erzählen gäbe. Aber wenn ich es nicht einmal meiner Cousine erzählen kann, dann auch nicht ihr. Oder Jonas. Obwohl ich bei ihm ernsthaft darüber nachgedacht habe.
"Nein, nicht wirklich. Und bei dir?", antworte ich dann locker, die Lüge gleitet mir mühelos über die Lippen, weil ich es schon viel zu sehr gewohnt bin und es begleitet mich nicht mal ein schlechtes Gewissen. Es gibt einfach Dinge, bei denen ich nicht weiß, wie ich sie aussprechen soll.

1 Kommentar:

  1. Das hört sich nicht gut an, wenn du mit niemandem drüber reden kannst. Wenn du jemanden brauchst, der total außenstehend ist und niemanden von den ganzen Leuten kennt, kannst du mir jeder Zeit schreiben. :)

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