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Montag, 17. März 2014

Hatte nie Heimweh, aber meine Vorstellung davon ist das hier.

"Früher in meiner alten Stadt konnte ich bei so nem behinderten Streik einfach zu Fuß zur Schule laufen."
"Hey, ich bin früher fast jede Woche mit einer Freundin Fahrrad gefahren, jaa?!"
 
In letzter Zeit vermisse ich meine alte Stadt schrecklich, meine Freunde dort noch mehr. Die Zeit mit ihnen am meisten. Auch als es schon heute Morgen um den Bahn- und Busstreik morgen ging, konnte ich nicht aufhören an früher zu denken. Wenn die Busse gestreikt haben, konnte ich zu Fuß zur Schule laufen. 20 Minuten Fußweg - oder alternativ 10 Minuten Radweg, aber ich habe mich immer lieber auf meine eigenen Füße verlassen. Hier geht das nicht. Und dann habe ich mich selbst an Isabel erinnert, mit der ich mich fast ausnahmslos jede Woche getroffen habe und wir sind wirklich fast jede Woche Fahrrad gefahren, vor allem bei gutem Wetter. Wir sind in den Wald gefahren oder zum Spielplatz, zum Stadion. Oder zu unserem Lieblingsplatz. Ein kleiner Park mit einem Brunnen, an dessen Rand wir uns immer gesetzt haben. Unser zweiter Lieblingsplatz war eine Allee in der Innenstadt, der Fluss floß unten und wir haben uns immer ans Ufer gesetzt.
Oft waren wir auch einfach bei ihr und sind auf den Dachboden gegangen, um dort einfach nur zu quatschen. Oder wir saßen bei ihr in der Küche, um Ligretto zu spielen. Manchmal haben wir auch gebacken. Isabel ist die einzige Freundin, zu der ich jetzt noch guten Kontakt habe. Sie ist die Einzige, mit der ich mich regelmäßig getroffen habe und sie ist die Einzige, die es je ernsthaft in Erwägung gezogen hat, mich hier zu besuchen, und es auch getan hat. Sie ist auch die Einzige, die immer wieder möchte, dass ich sie besuche. Die Nachmittage mit ihr fehlen mir. Ich glaube, wir waren immer so gut befreundet, weil wir nicht auf die gleiche Schule gingen. Wir kennen uns von der Grundschule und sind durch die Ministrantenausbildung gut befreundet gewesen und so hat es sich entwickelt, dass wir uns jede Woche trafen. Ich vermisse sie unheimlich.
Genauso wie ich meine Schulfreunde vermisse, weil die Pausen und der Unterricht mit ihnen so anders ist als mit meinen Freunden hier. Wir waren draußen, wir haben uns gejagt, wir haben Quatsch angestellt - es ist nicht so, dass ich meine Freunde hier nicht mag, ich habe sie unendlich gern, aber es ist einfach auf eine andere Art mit ihnen schön und ich vermisse es, wie es mal war. Ich vermisse die Menschen, die ich früher fünfmal die Woche um mich herum hatte. Ich vermisse meinen alten Schulweg, unsere Wohnung, meine Schule - alles.
Und immer, wenn ich an meine alte Stadt denke, überkommt mich dieses Gefühl, als ob ich mich hierhin nicht mehr zugehörig fühle. Ich möchte nur noch weg, zurück. Mein Herz sehnt sich nach dem allem, es fühlt sich in diesen Momenten nur dort zuhause. Wenn ich nicht daran denke, dann ist es hier wundervoll, aber wenn ich zurückdenke, dann möchte ich weg. Ich hatte noch nie in meinem Leben Heimweh, aber ich stelle es mir ungefähr so vor. Du fühlst dich nicht gut dort, wo du gerade bist, und alles, was du willst, ist zurück, nach Hause.

Mittwoch, 5. März 2014

#25

Soll ich dir was sagen? schreibt Paul mir in Skype.
du bist fertig? antworte ich.
NOCH WENIGER ALS EIN TAG BIS ZU DEINEM KONZERT schreibt er dann auch schon.
Ein breites Lächeln erscheint auf meinem Gesicht. Zum einen wegen der Vorfreude, zum anderen weil er so süß ist. Plötzlich blitzt ein Gedanke in meinem Kopf auf und festigt sich immer mehr. Soll ich dir was sagen? Ich bin in dich verliebt.
Ich schüttle den Kopf. Hirngespinst. Aber das Bedürfnis, es ihm zu sagen, ist gerade wirklich groß. Schnell antworte ich mit einem ICH WEIIIIIISS, damit ich nicht etwas Dummes tue. Seufzend wende ich mich wieder meiner Geschichtshausaufgabe zu. Ich wünschte, es wäre ganz einfach es ihm zu sagen.

Donnerstag, 27. Februar 2014

#24

"Es ist Jahre her, dass ich morgens so lange an meinen Haaren sitzen musste", meine ich und runzle die Stirn. Heute ist Fasching - oder Karneval, wie mich hier jeder verbessert - und dank meiner Schule muss ich zum Glück nicht zu einer Feier, weil ich in der 10 bin, sondern nur zwei Stunden in einem Kino sitzen und bin dann frei. Annika hat mich dazu überredet, mir für diesen Tag zwei Zöpfe zu machen. Es ist eigenartig so herumzulaufen, das letzte Mal hatte ich in der 6. oder 7. Klasse eine Phase, in der ich mir meine Haare öfters so frisiert habe. "Bitte, lauf nie so in der Schule rum", meint Julian nur. Ich antworte nicht. Wenn ich ehrlich bin, mag ich die zwei Zöpfe eigentlich. Okay, es ist irgendwie auf den ersten Blick so bescheuert, weil ich damit niedlich aussehe, aber vor allem auf Dauer gewöhnt man sich gut dran und eigentlich finde ich, dass ich ganz gut damit aussehe.
Paul, Julian, Verena und ich steigen aus. "Wie kam es eigentlich dazu, dass du jetzt zwei Zöpfe hast?", fragt Paul und schaut mich neugierig an. "Eh also Annika hat mich dazu überredet und Antonia und Verena haben da auch ein bisschen ihre Hände im Spiel", grinse ich. "Ich find das gut", lächelt er und klingt dabei völlig ehrlich. Mein Herz macht einen Sprung und ich strahle ihn an. "Danke!", antworte ich glücklich und unterdrücke das Bedürfnis, fröhlich durch die Gegend zu hüpfen.


Mittwoch, 26. Februar 2014

#23

"Hey, warte, Paul! Wo willst du hin?", ich greife nach seiner Hand und er erwidert den Druck, läuft jedoch unbeirrt weiter. Da das unerwartet kommt, stolpere ich leicht und unsere Hände lösen sich. Ich eile ihm hinterher und versuche noch einmal, seine Hand zu erwischen und diesmal gelingt es mir, ihn sogar festzuhalten. Zu meinem Erstaunen hält er meine Hand sogar einige Sekunden lang kurz fest und das Gefühl ist so unbeschreiblich schön für mich, aber dann lässt er wieder los. Ich unterdrücke einen enttäuschten Seufzer. "Na komm, Verena", rufe ich nach hinten und wir drei überqueren die Straße und schlendern über die Brücke.

"Hallo, Mama, die Bahnen fallen schon wieder aus, wir laufen grade über die Brücke und gucken, wie weit wir kommen, bis die Bahnen wieder fahren", sagt Paul in sein Handy hinein. "Und wenn wir es bis nach Poll schaffen, muss sie mit einem Gast rechnen!", rufe ich laut und grinse ihn an. Er verdreht die Augen, kann ein Grinsen jedoch nicht unterdrücken und gibt es an seine Mutter weiter. Sie unterhalten sich kurz, dann legt er auf. "Sie meinte, sie macht gerade Pfannkuchen und macht jetzt einfach etwas mehr."

"Ach Paul, sei nicht so deprimiert drauf. Du bist gleich zuhause, kannst Pfannkuchen essen UND hast sogar eine Extraportion!", lache ich und schaue ihn an. Er erwidert den Blick, lächelt sogar leicht, aber ist offensichtlich noch immer etwas müde und motivationslos. Die Bahn ändert ihre Geschwindigkeit und ich stolpere ein paar Schritte nach hinten, innerhalb der letzten fünf Minuten zum gefühlten hundertsten Mal schon. "Und wahrscheinlich liefere ich dir gleich einen weiteren Grund, fröhlich zu sein, weil ich bestimmt gleich hinfliege", meine ich dann schmunzelnd. "Aber das ist doch kein Grund, gut gelaunt zu sein", widerspricht Paul mir schon fast vorwurfsvoll und sieht mich an. Ich runzle die Stirn und erwidere: "Naja, eigentlich schon, es sieht sicher lustig aus, wenn ich auf dem Boden lande." "Ich find das aber nicht gut", antwortet Paul und schaut mir direkt in die Augen, mit einem Blick, den ich nicht definieren kann, aber der mich in den Bann zieht und mich berührt. Ich kann nicht anders, als ihn einfach nur glücklich anzulächeln, und er erwidert es. Und vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber vielleicht ist bei dem Lächeln sogar ein kleines Strahlen in seinen Augen zu sehen, jedenfalls wirkt er besser gelaunt als vorher. Oh Gott, ich bin so in diesen Jungen verliebt.


Dienstag, 25. Februar 2014

Blogaward 1

Die liebe Novelist hat mir den Liebsten-Award verliehen! :) Nochmal vielen lieben Dank dafür, das hat mich unheimlich gefreut!

Die Regeln
  1. Verlinke die Person, die dir den Blogaward verliehen hat
  2. Beantworte die Fragen
  3. Stelle selber 11 Fragen an 11 neue Gewinner mit weniger als 200 Lesern
  4. Sage ihnen bescheid 
Ihre Fragen

1. Für welche Eigenschaft(en) bewunderst du andere Menschen?
- Selbstbewusstsein, Ehrgeiz und Selbstlosigkeit.
2. Was hast du als letztes geträumt?
- Oh das wusste ich vor ein paar Stunden noch...ich hab immer so ein kleines Problem, was Träume angeht haha. Hm, es fällt mir nicht mehr ein. Der von gestern Nacht oder vorgestern Nacht handelte aber von meiner ersten Autofahrt, aber irgendwie hatte das Auto keine Türen. xD
3. Wenn es jemandem schlecht geht, könnte er/sie jeder Zeit zu dir kommen und mit dir über seine Probleme reden?
- Ich wollte zuerst nur felsenfest "ja" antworten, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das für jeden zutrifft. Für Freunde auf jeden Fall. Wenn es jemand ist, den ich gar nicht kenne, weiß ich nicht Recht. Wenn es jemand ist, den ich nicht leiden kann, wüsste ich es auch nicht sicher und ich tendiere eher zu nein. Wenn es jemand ist, den ich gerade kennen gelernt habe, ja. Das gilt jetzt nur für Leute aus dem "realen" Leben. Im Internet bin ich da irgendwie freier, da kann mich eigentlich jeder kontaktieren von den gerade genannten Fällen, außer ich mag die Person nicht. Dann - und das geb ich ganz ehrlich zu - kann mich die Person mal und ich will nichts mir ihr zu tun haben, mich interessiert es dann auch herzlich wenig, wenn sie ein Problem hat.
4. Wie willst du sein/ was willst du erreicht haben, wenn du alt bist?
- Ich möchte gerne jemand sein, der auf sein Leben zurückblicken kann und sagen kann, dass es eigentlich wunderschön war und dass er es genossen hat. Und ich möchte gern mindestens ein Buch geschrieben haben, dass Menschen berührt und inspiriert, wie meine Lieblingsbücher mich berühren und inspirieren. Das ist eigentlich mein größter Lebenstraum, glaube ich.
Oh und ich möchte gerne, und das klingt jetzt unglaublich kitschig und unrealistisch und naiv, aber ich möchte gerne mit Paul verheiratet sein und alles. Ich kann mir zurzeit gar nicht vorstellen, dass je jemand anderes als er meine Gedanken so beherrscht und ich möchte das gar nicht.
5. Du liegst am Strand in der Sonne und hörst das Meer rauschen. Woran denkst du?
- Wie unglaublich heiß es ist... :D Ich hasse Strand und Sonne. Aber sonst an Ruhe und Frieden und vermutlich auch an Paul.
6. Welchem Menschen in deinem Leben würdest du eine Portion Glück schenken, wenn du könntest, und warum?
- Julian. Ganz, ganz viel Glück mit einem überwältigenden glücklich-sein-Gefühl. Weil ich es unglaublich unfair finde, dass ihm so viel Leid zugefahren ist und ich mir sehnlichst wünsche, dass er glücklich sein kann. Deswegen bin ich jedes Mal aufs Neue unglaublich enttäuscht von mir, wenn ich ihm wehtue. Er verdient es nicht, nicht glücklich zu sein.
7. Was kann man mit Worten nicht beschreiben?
- Die Magie zwischen zwei Menschen. Sowohl positive, als auch negative.
8. Wovor hast du am meisten Angst?
- Ich glaube, ich habe am meisten Angst vor der Bindung zu einem Menschen. Vielleicht auch, von einem Menschen verraten oder verletzt zu werden. Aber wahrscheinlich hängt das auch einfach zusammen.
9. Was ist der schlechteste Film aller Zeiten?
- Twilight. Jedenfalls im Nachhinein, ich gebe zu, dass ich auch einmal ein Fan dieser Bücher und auch Filme war.
10. Welche Wörter benutzt du ständig?
- Lustig, darüber hab ich erst letztens nachgedacht :D Ich sage unheimlich oft "extremst" und zwar genau so, auch wenn ich weiß, dass es "extrem" heißt. Und ich sage oft "ne" bzw. "gell". Mehr fallen mir nicht ein, sicher könnten andere das besser beantworten.
11.Was willst du deinen Lesern noch sagen?
- Ich möchte mich bedanken. Dafür, dass ihr meinen Blog lest. Dafür, dass ihr euch für mich und meinen Blog interessiert. Dafür, dass ihr da seid. Ich bin wirklich dankbar dafür. Und auch wenn ich hier nicht selten über mein Leben jammere, solltet ihr wissen, dass ich auch hier bin, um zuzuhören. :)

Und hier noch Gladys' Fragen und meine Antworten:

1) Welches Talent würdest du gern haben?
- Hm. Ich hab mir oft in meinem Leben gewünscht, zeichnen zu können. So wirklich richtig, wie es einige meiner Freunde können. Oder eine wirklich begabte Pianistin zu sein. Ich glaube, ich habe mir sogar mal gewünscht, in einer Sportart überdurchschnittlich zu sein. Aber wenn ich mich auf eines festlegen muss, dann hätte ich gerne ein überdurchschnittliches analytisches Talent. Ich gebe zu, dass meine Fähigkeit zu analysieren nicht von schlechten Eltern ist, aber ich fände es unheimlich cool, wenn ich wirklich, wirklich gut darin wäre. :D
2) Was ist dein Lieblingsmonat, und warum?
- Dezember, weil da Silvester ist.
3) Was stört dich momentan am meisten?
- Ich weiß nicht, einerseits meine eigene Unfähigkeit etwas mit Paul auf die Beine zu stellen und es einmal in meinem Leben zu schaffen, über meinen Schatten zu springen bei solchen Herzensangelegenheiten, und auf der anderen Seite...die Schule und den Berg an Aufsätzen, den ich bewältigen muss. :'D
4) Wer gibt dir die meiste Kraft?
- Meine Cousine, glaube ich. Ich glaube, wenn Julian das hier lesen würde, was ich um Gottes Willen nicht hoffe :D, dann hätte er jetzt seinen Namen hier erwartet. Und so sehr ich ihn auch lieb habe und so viel er mir auch bedeutet, muss ich trotzdem hier ausführen, dass meine Cousine mir praktisch seit meiner Geburt einen konstanten Halt gibt und ich von ihr meine meiste Kraft erhalte, egal ob ich bei manchen Sachen lieber mit Julian darüber rede.
5) Wo befindet sich dein Lieblingsplatz?
- Oh je, die Frage macht mich nostalgisch. Mein Lieblingsplatz ist in meiner alten Stadt, ein schöner kleiner Park mit einem wunderschönen Brunnen. Auf meinem alten Blog findet sich sogar ein Post darüber, als ich mit Isabel einmal dort war. Ich liebe es dort. Ich liebe diese Stadt. Und ich vermisse das alles so...
6) Das schlimmste Lied, das du je gehört hast?
- Eh, darauf weiß ich ehrlich gesagt keine Antwort, Entschuldigung.
7) Und das beste?
- Was das angeht, kann ich mich nicht festlegen. Aber ich kann nur wärmstens die Lieder von All Time Low empfehlen, ich liebe diese Band.
8) Würdest du dich als kreativ bezeichnen, und wenn ja, wie äußert sich diese Eigenschaft bei dir?
- Ja, schon. Ich schreibe. Ich meine jetzt nicht diesen Blog, sondern Geschichten. Meine Freunde fragen mich immer nach meinem "Buch", aber ich finde, das ist nicht die richtige Bezeichnung, weil ich nicht ganz bewusst plane, es zu veröffentlichen. Ich ziehe es nur in Erwägung. Deswegen sage ich immer meine "Geschichte". Und ich schreibe oft Kurzgeschichten, die fallen mir relativ leicht. Auch, wenn ich jetzt nicht so viele habe, jedenfalls nicht viele abgeschlossene.
9) Was ist deine schönste Erinnerung an das letzte Jahr?
- Ich schwanke zwischen dem Tag, als Julian und ich erkannt haben, dass wir beste Freunde sind und dem Nachmittag mit Paul.
10) Was möchtest du 2014 unbedingt unternehmen/erledigen?
- Ich möchte mit meiner Cousine schwarzminigolfen und wir beide werden auf zwei Konzerte gehen, wobei letzteres natürlich feststeht mit Tickets etc. Hm, ich möchte ehrlich gesagt unbedingt mit Paul zusammen kommen, aber ich weiß nicht, ob sich das erfüllen lassen wird. Ah! Und ich möchte, wirklich ganz ganz dringend, meine alten Freunde in meiner alten Stadt besuchen für eine Woche oder so. Ich vermisse sie und die Stadt so schrecklich.
11) Was solltest du eigentlich tun, anstatt diese Fragen zu beantworten?
- Latein- und Biohausaufgaben und meinen Praktikumsbericht schreiben... :D

Meine Fragen
  1. Wann warst du das letzte Mal verliebt und was hat/te diese Person wohl an sich, dass es dazu kam?
  2. Erzähl mir von dem schönsten Moment der letzten vergangenen 30 Tage.
  3. Nimm das Buch, das am nächsten von dir ist, schlag Seite 57 auf. Was steht in Zeile 2?
  4. Bist du noch immer mit jemandem aus dem Kindergarten befreundet?
  5. Warum, glaubst du, sind deine Freunde mit dir befreundet?
  6. Findest du, man muss täglich Kontakt mit seinem Partner und seinen Freunden haben? Warum (nicht)? Und was für Kontakt "muss" es sein (schreiben, reden, sehen bzw. simsen, chatten, telefonieren, camen)?
  7. Möchtest du mal Kinder haben? Warum (nicht)?
  8. Deine Meinung zu einer besten Freundin/einem besten Freund?
  9. Möchtest du mal heiraten? Warum (nicht)?
  10. Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
  11. Was magst du am meisten an dir und was stört dich am meisten?
Ich tagge
Naja, ich follow nicht so vielen Blogs, die unter 200 Lesern sind bzw. überhaupt noch bloggen, ehrlich gesagt. Deswegen werd ich jetzt auch ein bisschen schummeln, ich komme so schon nicht auf die 11 Leute, vielleicht 3 oder so.

Sonntag, 2. Februar 2014

#22

"Kann ich dich was fragen?", zögernd sehe ich Paul an.
"Ehm, ja, klar", antwortet er verwirrt.
"Bei...Facebook. Dieser...Post", fange ich an und lasse den Rest in der Luft hängen. Er schaut mich an und ich erkenne, dass er sich wünscht, ich hätte nicht gefragt.
Kopfschüttelnd winkt er ab: "Sagen wir es so: Es wäre besser, wenn ich nie wieder darüber nachdenken muss." Ich versuche ihn zum Reden zu bewegen, aber er meint: "Ich möchte das nicht in der Gegend rumerzählen." "Du musst es nur mir erzählen!", erwidere ich leicht grinsend, um die Situation locker zu halten, aber eigentlich hab ich mich schon damit abgefunden. Ich möchte ihm nicht zu nahe treten.
"Mit dir wären es aber schon zwei! Und mit der ersten Person habe ich nicht besonders gute Erfahrungen gemacht." Ich schweige und weiß nicht, was ich antworten soll. "Na gut, dann nicht", sage ich schließlich.
Eine merkwürdige Stille breitet sich zwischen uns aus und nervös schaue ich mich in der Gegend um. "Nicht böse sein", kommt es plötzlich von Paul und er streicht mir über den Kopf. "Bin ich nicht", lächelnd sehe ich ihn an. Ich kenne das doch nur selbst zu gut.

Als sein Bus kommt, verabschiede ich mich und umarme ihn. Wir schlendern beide das Gleis entlang, da sein Bus weiter vorne hält und der Übergang zum gegenüberliegenden Gleis auch in der Richtung ist.
"Willst du es wissen?", fragt er plötzlich kurz nachdem wir losgegangen sind. Ich weiß gar nicht, ob ich genickt habe, als er dann fast sofort damit rausrückt: "Ich hab ein Mädchen aus meiner Nachbarschaft angesprochen und dabei einfach SO verkackt, dass alles, was ich irgendwie aufgebaut hatte, drauf gegangen ist. Ich hab in dem Moment einfach nur gedacht "scheiße", aber jetzt im Nachhinein, glaube ich, es ist besser so."
Er setzt einen Fuß in den Bus. "Also...stehst du auf sie, oder wie?", frage ich vorsichtig und mache mich auf das Zerbrechen gefasst. "Mh weiß ich nicht, muss ich noch überlegen." "Okay...tschüss."
Er streckt noch seine Hand nach mir aus, aber ich gehe bereits weiter. Er zieht sie zurück und verabschiedet sich ebenfalls, dann wende ich mich endgültig ab.
Obwohl er es nicht bestätigt hat, spüre ich  bereits die ersten Risse in meinem Herzen und ich könnte mir wirklich eine dafür scheuern, dass ich tatsächlich noch Hoffnung hatte.


Montag, 27. Januar 2014

#21

Seufzend steige ich aus dem Bus und laufe schon aus reiner Routine auf die andere Seite des Bahnsteigs. Ich stelle fest, dass ich eigentlich gar keine Lust habe, auf Paul zu warten, aber ein kleiner Teil in mir will sich die Chance nicht nehmen lassen und so stehe ich also da und warte auf die Bahn, die in sieben Minuten kommt. Es deprimiert mich eigentlich momentan nur ihn zu sehen. Er mag mich doch sowieso nur als gute Freundin, er wird mich sowieso nie als mehr sehen. Mir fällt ein, wie Annika im Oktober, als noch alles okay war und Paul und ich nur Freunde waren, erzählt hat, dass sie von Vivi erzählt bekommen hat, dass Paul in der 9. auf sie stand und dass sie aber nichts Aktuelles weiß. Annika ist ein ganz anderer Mensch als ich, sie ist vor allem ein typisches Mädchen-Mädchen. Wenn es stimmt, was Annika erfahren hat, dann ist es schier unmöglich, dass Paul sich je in mich verlieben könnte, weil ich gar nicht sein Typ bin. Am liebsten würde ich umdrehen und mich frustriert in einer Ecke zusammenrollen, aber in dem Moment kommt seine Bahn.
Als er aussteigt kann ich trotzdem nicht anders als lächeln, trotz meiner Lustlosigkeit. Aber das Lächeln weicht schnell, als ich ihn umarme, weil mir in den Sinn kommt, dass er mich nicht mehr so begeistert und fest umarmt, wie vor dem Praktikum. Es kommt mir lächerlich vor, dass ich wirklich gedacht hatte, dass meine Situation doch nicht so hoffnungslos ist.
Während wir uns unterhalten schwanke ich immer wieder zwischen dem Gedanken, dass er mir mit seiner fantastischen Art einfach den Verstand raubt und dass ich so unheimlich verliebt bin und ihm nie von der Seite weichen will, und dem, dass ich heulen könnte, weil das immer nur einseitig sein wird und ich  genug von dem allen habe und das alles nicht mehr will. Wir verabschieden uns schließlich und mit gesenktem Kopf und nach meinen Kopfhörern kramend mache ich mich auf den Weg zu meiner Bahn. Entgegen meinem sonstigen Verhalten drehe ich mich diesmal nicht um, um Paul in seinem Bus wegfahren zu sehen.
Wenn verliebt sein in Stadien abläuft, dann bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mir sehnlichst das Ende dieser Folter herbeiwünsche.