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Montag, 5. Mai 2014

#32

Julian nimmt mich gefangen und ich versuche mich aus seinen Armen zu winden. Erfolglos, da er stärker ist als ich. Hilfesuchend strecke ich meine Arme nach Paul aus, der sie ergreift und an mir zieht. "Damit erwürgst du sie nur", lacht Julian, woraufhin Paul versucht seine Arme von mir wegzuschieben. "Nein, warte!", mein er dann jedoch und nimmt eine meiner Hände und schlägt Julian damit. "Das funktioniert nicht", stelle ich fest und grinse. Irgendwie schafft Paul es tatsächlich mich dann zu befreien. Er hält meine Hände weiterhin fest und wir schauen uns an. Ich kann ein Lächeln nicht unterdrücken und bedanke mich bei ihm. Er grinst und zieht dann langsam an mir. Misstrauisch betrachte ich ihn. "Was hast du vor?" Eine Antwort bleibt er mir schuldig, aber im nächsten Moment hat er mich in seine Arme gezogen und umarmt mich fest. "Hah, gayy", kommentiert Julian dann lachend, "ihr seid hetero und umarmt euch, das ist ja so gay." Wir beide kichern, aber noch lassen wir uns gegenseitig nicht los. Ich atme Pauls Geruch ein und er lehnt seinen Kopf gegen meinen, ich kann seine weichen Haare spüren. Lächelnd drücke ich mich noch etwas mehr an ihn. Hier will ich nie wieder weg.


Sonntag, 4. Mai 2014

#31

"Und wovor habt ihr am meisten Angst?", fragt Lilith und dreht sich auf dem Sofa zu uns hin. "Natürlich jetzt nicht Dinge wie "Spinnen" oder so. Ich meine das wie bei mir gerade, mit dem nicht alles aus mir herausgeholt zu haben und so weiter." Mein Körper spannt sich an und ich lege mich auf den Rücken, lasse Annika, die fast sofort anfängt, reden und hoffe, dass weder ihr noch Timo oder Lilith auffällt, wenn ich nicht antworte. Wenn wir bei unseren Übernachtungen philosophisch und persönlich werden, finde ich das ja immer ganz interessant, aber es fällt mir schwer, selbst viel dazu beizutragen, jedenfalls wenn es um mich gehen soll. Lieber sage ich meine Meinung über ein Thema oder höre mir einfach an, was die anderen zu sagen haben.
"Also ich hab am meisten Angst davor gefangen zu werden. Ich meine damit, dass ich an jemanden...festgebunden werde und sozusagen nie frei komme", erzählt Annika. "Das passt zu meinem Gedanken, den ich mal hatte. Ich habe mal versucht, meine Freunde mit Synonymen zu beschreiben und bei dir ist mir damals "Windböe" eingefallen", erwidert Lilith und das nächste sagt sie in einem Tonfall, sodass ich mir unwillkürlich vorstelle, dass sie gerade lächeln muss, auch wenn ich es im Dunkeln nicht erkennen kann, "und einen Windstoß kann man nicht fangen."
Stille kehrt ein. "Ich überlege gerade, was die Antwort auf deine Frage ist", meint Timo dann. Meine Gedanken drehen sich auch um die Frage. Ich weiß, wovor ich Angst habe. Aber welches davon ist das, wovor ich am meisten Angst habe? Verletzt zu werden? Verlassen zu werden? Nichts in meinem Leben erreicht zu haben? Mich jemandem wirklich zu öffnen, jemandem wirklich zu vertrauen? Ich verschränke meine Arme hinter meinem Kopf. Paul kommt mir in den Sinn. Und das Ergebnis eines Psychotests, den ich einmal  gemacht habe. Und auf einmal glaube ich es zu wissen. Doch, ja, ich bin mir eigentlich sicher, dass das die Antwort ist.
Weil ich immer mehr in meinen Gedanken versinke, bekomme ich Timos Antwort kaum noch mit. Danach kehrt wieder Stille ein und ich hoffe inständig, dass sie mich einfach übergehen. "Und Valle? Was ist mit dir? Wovor hast du am meisten Angst?" Ich unterdrücke ein Seufzen.
Nervös spiele ich an der Decke herum und überlege, ob ich das jetzt sagen soll. Natürlich, sie sind meine Freunde. Und ja, ich vertraue ihnen bis zu einem gewissen Grad. "Valle?", fragt Timo. Ich hole Luft und hoffe, meine jetzige Tat nicht zu bereuen. "Ich...ich hab am meisten Angst davor, eine enge Beziehung zu einem Menschen aufzubauen."
"Das musst du näher erläutern."
Ich beiße mir auf die Unterlippe. "Ich halte immer einen gewissen Abstand zu Menschen. Das hängt vor allem mit dem Vertrauen zusammen, ich...ich hab Angst davor, mich jemandem anzuvertrauen. Ich möchte nicht verletzt werden. Und wenn mir jemand zu nahe kommt, schubse ich die Person immer wieder weg."
"Was ist mit Julian?"
"...ja, auch ihn schubse ich ab und zu weg. Eigentlich jeden. Ich glaube, meine Cousine ist die Einzige, die ich noch nie...weggeschubst habe. Das...ist auch der Grund, warum ich mich so dafür fürchte, mal eine richtige Beziehung zu führen. Ich habe Angst davor, jemandem so sehr zu vertrauen und eine solche Bindung zu einem Menschen zu haben."
Die Schreiberin legt Wert auf eine Grunddistanz zu ihren Mitmenschen. Auch gute Kollegen müssen nicht alles wissen. Das war einer der treffendsten Sätze, die ich je bei einem Psychotest herausbekommen habe. Das ist es, was ich immer nur versuche im Ansatz zu erklären, aber dann direkt wieder aufgebe. Nico hat mich einmal gefragt, wovor ich Angst habe, als wir über Paul geredet haben. Ich habe es damals als "Bindungsangst" bezeichnet, weil mir kein besseres Wort einfiel, aber heute würde ich es ihm mit diesem Zusatz erklären. Ich brauche eine Grunddistanz zu meinen Mitmenschen und ich fürchte mich davor, diese aufzugeben. Der Grund, warum ich immer noch Zweifel hege, "endlich ranzugehen" ist zudem, dass ich nicht weiß, ob ich das überhaupt kann und es unfair gegenüber Paul wäre, wenn ich es nicht tue. Eigentlich weiß ich, dass ich es will. Ich will es wirklich. Aber manchmal überkommt mich dann wieder dieser Gedanke und ich weiß nicht, ob ich es kann. Ich hoffe einfach, dass ich es tun werde, wenn es soweit ist.


Donnerstag, 24. April 2014

#30

Als ich mein Zimmer betrete, sehe ich mein Handy blau blinken. Das bedeutet, dass ich eine SMS bekommen habe. Mein Herz schlägt höher und ich renne schon halb auf mein Bett zu, auf dem das Handy liegt. Bitte lass es Paul sein, bitte lass es Paul sein. Die typischen Gedanken, wenn ich eine SMS bekomme. Wobei die nicht mal ganz unberechtigt sind, denn er ist eigentlich der einzige, der mir eine SMS schreiben würde, da der Rest mich schlichtweg nicht kontaktiert oder Whatsapp hat im Gegensatz zu ihm. Ein breites Grinsen erscheint auf meinem Gesicht, als ich erkenne, dass er es wirklich ist.

20:14 Uhr, Paul
Wir haben das Paddeln n Tag früher abgebrochen :P ich hatte zeitweise das Gefühl das es auf der ganzen Welt nichts mehr gibt das nicht ein kleines bisschen feucht ist.
Wie gehts dir mit deiner cousine?

Ich schreibe, noch auf dem Boden sitzend und an das Bett gelehnt, auch sofort zurück, kann mich kaum ruhig halten vor lauter Freude, dass er mir einfach so von sich aus geschrieben hat. Schon das zweite Mal innerhalb von ein paar Tagen!
Wir simsen uns den ganzen Abend über verteilt, bis spät in die Nacht.

21:28 Uhr, Paul
Was stellst du mit dem Rest deiner Ferien an?

21:31 Uhr, Ich
Meine eltern meinten iwas von fahrradtour aber kp. Morgen muss ich noch zum arzt, ansonsten suchte ich grad den nächsten anime, um über den verlust von tsubasa chronicle hinwegzukommen xD und was machst du noch die nächsten tage? :)

21:32 Uhr, Paul
Öhh...fängt mit lang an und hört mit weile auf
Also morgen chillen und pkmn spielen und freitag mit cousinen, nichten und neffen dritten grades in den zoo

21:42 Uhr, Ich
Ist doch schön entspannend :D ich war noch nie in einem zoo... Fällt mir grade so auf xD viel Spaß dir dann :)

22:28 Uhr, Paul
Noch nie?
Erinner mich daran das ich dich mal in einen schleppe

22:45 Uhr, Ich
Nein, noch nie. Hat sich nie ergeben, auch nicht mit der klasse oder so, obwohl es in der nachbarstadt n zoo gibt... Hm xD Ehm okay. Eig bin ich nicht so interessiert, aber wenn du meinst... Mit dir gern. :3

22:54 Uhr, Paul
Wir müssen so oder so nochmal was zusammen unternehmen :P Mit dem rest meiner Freunde kann man irgendwie nichts anfangen

23:03 Uhr, Ich
Der Meinung bin ich auch. :D müssen wir ganz bald mal! :) Aww das ist süß von dir. :3

23:06 Uhr, Paul
Danke :p Ferien sind leider durch wenn ich wieder da bin. Aber so viel wie wir bald frei  haben sollten wir irgendwann mal zeit finden oder?

Montag, 7. April 2014

#29

Breit grinsend betrete ich den Flur, in dem meine Freunde die Treppe besetzen. "Valle! Lilith hat eine 2 in der Klausur!", begrüßt Paul mich auch sofort und streckt seine Hand nach mir aus. Irritiert sehe ich von ihm zu Lilith. "Warte, was? Du hast doch gerade eben erst in der 3./4. geschrieben?!", frage ich verwirrt, sowohl von Pauls Handbewegungen in meine Richtung als auch von der Tatsache, dass Lilith ihre Klausurnote nach zwei Schulstunden weiß. "Jaa, der hat sie anscheinend schon korrigiert", meint sie.
"Und was hast du?", frage ich Paul und schaue ihn neugierig an, "Und was zur Hölle soll das eigentlich mit deiner Hand da?" Er grinst nur. "Ich weiß meine noch nicht, aber wenn Lilith eine 2 hat, wird meine schon nicht so schlecht ausgefallen sein."
"Okay", erwidere ich und lächle ihn an. "Will jetzt einer von euch nicht mal aufstehen, mich umarmen und mir tschüss sagen?" Abwartend schaue ich in die Runde, Tim antwortet nur frech: "Ähm, nein?!" Auch der Rest macht keine Anstalten, sich zu bewegen. Ich verdrehe die Augen und verabschiede mich deswegen beleidigt, da ich jetzt frei habe: "Tz dann nicht. Bis morgen!" Ein schadenfrohes Lachen kann ich nicht unterdrücken, bis ich mich dann umdrehe und aus der Tür trete. "Warte! Hast du jetzt frei?!", fragt Paul und ich antworte über die Schulter: "Jap." Ich höre, wie jemand aufsteht und aus irgendeinem Grund erwarte ich halb, dass es Julian ist. Dann zieht Paul mich schon zurück in seine Arme und umarmt mich fest. Ich lege meine Arme um ihn und mein Blick gleitet kurz zu den anderen. Es ist nicht mal eine Sekunde, aber ich habe irgendwie den Eindruck, als ob sie uns grinsend zuschauen würden, aber ich verwerfe den Gedanken wieder. Bestimmt nur wieder Hirngespinst. Außerdem ist es mir gerade viel wichtiger, Pauls Duft einzuatmen und mich zusammenzureißen, damit ich mich nicht an ihm festklammere, weil ich am liebsten für immer in dieser Position verharren würde. "Tschüss und einen schönen Montag noch", meint er und wir lächeln uns an. "Danke, dir auch", antworte ich und lasse ihn dann schweren Herzens los, um nach Hause zu gehen.


Freitag, 4. April 2014

#28

"Kann ich mal mit dir reden? Allein?", frage ich Julian und schaue ihn ausdruckslos an. Er streckt wortlos seine Arme aus, damit ich ihm aufhelfe und wir gehen weg von unseren Freunden raus aus dem Flur nach draußen. "Müssen wir wirklich rausgehen?", fragt er in einem jammernden Ton. "Ja", antworte ich und drehe mich, als wir draußen sind, zu ihm um. "Was sollte das gestern?"
Er schaut mich mit einem leeren Blick an, tut ahnungslos. "Was meinst du?"
"Du weißt genau was ich meine. Was sind deine Gründe, dich 'von mir zu entfernen'?"
Er wendet den Blick ab, ich verschränke meine Arme und presse meine Lippen aufeinander. "Ich will mich nicht erklären."
"Du denkst also, das geht? Du entfernst dich von mir aus mir unbekannten Gründen und denkst, du kannst das einfach so tun?"
"Es ist dir doch sowieso egal."
"Wenn es mir egal wäre, würde ich dann jetzt hier stehen?"
"Du stehst hier, weil ich dich darauf aufmerksam gemacht habe!"
"Ja und weil ich das hier und jetzt erklärt haben will, anstatt es einfach beiseite zu schieben."
"Was soll ich schon sagen?!"
Mit festem Blick schaue ich ihn an, seine Augen blitzen mich wütend an. "Warum?"
"Wie, warum?"
"Du hast gesagt aus verschiedenen Gründen entfernst du dich von mir. Mit 'Warum' frage ich nach diesen."
"Ich hab aber keine Lust es zu erklären!"
Ich schweige. Er auch.
"Das ist es also? Du willst es wirklich so stehen lassen? Dich von mir entfernen und mir nicht einmal sagen warum?"
"Ja."
Wir starren uns beide an. Wahrscheinlich wütend, vielleicht auch vorwurfsvoll, wahrscheinlich ein harter Gesichtsausdruck, vielleicht enttäuscht. Ich bleibe stehen, lasse die Zeit verstreichen und hoffe, dass er seine Meinung ändert. Aber nichts kommt. Also drehe ich mich wortlos um und stürme zurück zu den anderen. Ich hätte nicht gedacht, dass das je passieren würde.


Mittwoch, 2. April 2014

#27

Julian schnipst mir gegen die Wange. "Au!", rufe ich. Er grinst und macht Anstalten, es zu wiederholen, also laufe ich schnell um Danny herum zu Paul, um mich an ihn zu drücken und ihn gleichzeitig dabei vor mich zu schieben. "Aww, hat er dir wehgetan?", fragt er fürsorglich und ich nicke. Er legt die Arme um mich und drückt mich fest. "Keine Angst, ich bin ja da", säuselt er und grinst dann, "Sollen wir ihn wieder schlagen?" Ich lache und meine: "Ich glaub, du kannst das allein besser."

Als wir in die Bahn steigen, stehen Paul und ich eng aneinander gedrückt mitten im Gang. Es gab mal wieder einen Verkehrsunfall, weswegen die Bahnen alle zu spät kamen und jetzt natürlich schrecklich voll sind. Julian steht irgendwo bei der Tür. Ich schlinge meine Arme um Paul, um nicht in der Bahn umzufallen, da er sich immerhin oben festhalten kann. Er ärgert mich fast die ganze Bahnfahrt über und irgendwann meine ich dann eingeschnappt: "Ich mag dich nicht mehr, du bist doof." Beleidigt wende ich dann meinen Blick von seinem Gesicht ab. Da es jedoch ziemlich warm ist, merke ich langsam die Müdigkeit in mir aufsteigen und lege meinen Kopf auf seine Brust. Ich kann seinen Herzschlag spüren und muss mir unwillkürlich vorstellen, wie es wohl wäre, wenn wir beide einfach in einem Bett liegen würden und ich auf seiner Brust einschlafen könnte. Mit seinem Herzschlag in meinem Ohr, seiner Stimme als letzten Ton, den ich kurz vorm Einschlafen vernehme und seiner Hand, die durch meine Haare streicht und seinem Arm, der mich festhält. Ich unterdrücke einen verträumten Seufzer.
"So schlimm?", fragt Paul dann und legt einen Arm um mich. "Tut mir Leid, Valle, ich wollt dich nicht so sehr mobben." Er drückt mich fest an sich und ich muss unwillkürlich lächeln und umarme ihn auch. Es ist wirklich nicht in Worte zu fassen, wie viel ich für diesen wundervollen Jungen empfinde.


Donnerstag, 27. März 2014

#26

Ich schlendere alleine über unseren Schulhof. Es sind 12 Grad draußen, aber keiner meiner Freunde hatte Lust rauszugehen. Es sei ja viel zu kalt dafür. Kopfschüttelnd habe ich mich also alleine auf den Weg gemacht, weil ich es mag, wenn es angenehm kühl draußen ist und die Sonne scheint. Auch wenn es ein bisschen einsam ist. Ehrlich gesagt, das ist ein ziemlich untypisches Verhalten für mich. Freiwillig rausgehen zu wollen. Jedenfalls bisher. Aber irgendwie zieht es mich nach draußen. In letzter Zeit entwickle ich so viele alte Gewohnheiten von früher zurück, ich glaube, ich denke zu viel an früher. In meiner alten Schule war ich jede Pause draußen, egal welches Wetter war. Ich bin immer mit Esther ein paar Runden gelaufen. Raus, über den Schulhof den Berg runter, zum Haupteingang rein, Treppen hoch, wieder raus und nochmal alles von vorne. Dabei haben wir uns über alles Mögliche unterhalten. Über den Unterricht, über Hausaufgaben, über andere Leute. Wir haben uns Geschichten erzählt und manchmal, ja manchmal haben wir sogar über wirklich persönliche Sachen geredet. Und ich bin dabei so vielen Menschen aus jeder Stufe begegnet, die ich kannte, mit denen ich zum Teil sogar befreundet war.
Jetzt ist es anders. Es geht keiner mit mir raus und die Runde ist nicht so angenehm wie die meiner alten Schule. Der Schulhof ist großflächig und flach. Und ich kenne nicht mal meine eigene Stufe komplett, geschweige denn jemand aus anderen Klassen. Es hat sich so viel verändert.
Ich schaue um mich herum. Die meisten Schüler, die draußen sind, sind noch nicht in der Oberstufe. Auf dieser Schule dürfen Schüler der Unter- und Mittelstufe nicht in der Eingangshalle bleiben, sondern müssen auf den Pausenhof, sofern es nicht regnet. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum man dann in der Oberstufe nur noch drinnen bleiben will. Und so war das ja auch bis vor ein paar Wochen bei mir. Ich wollte nicht freiwillig rausgehen und jetzt gehe ich seit ein paar Tagen immer ein paar Runden alleine über den Schulhof. Es ist nicht das Gleiche. Und es bringt mich unwillkürlich dazu, noch mehr über früher nachzudenken. Früher war ich irgendwie offener, kontaktfreudiger. Ich kannte wirklich immer aus jeder Klassenstufe mindestens zwei, drei Personen, mit denen ich irgendwie näheren Kontakt hatte. Und meine Stufe kannte ich sowieso in- und auswendig. Esther und Natalie haben mich immer gefragt, ob ich eigentlich mit der ganzen Schule befreundet sei.
Ich unterdrücke einen Seufzer, als ich das Schulgebäude betrete und zurück zu den anderen gehe. Ich wünschte, ich könnte einen einzigen gewöhnlichen Alltag von früher wieder erleben. Ich vermisse es so.